Tödlicher Unfall bei Polizeiaktion vor Frankfurt (Oder) : Haftbefehl gegen Autoschmuggler erlassen

Die in der Nacht zu Donnerstag auf der A 12 festgenommenen Autoschmuggler sitzen in U-Haft. Am Rande des Einsatzes gab es einen Unfall mit drei Toten.

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Das Potsdamer Polizeipräsidium versicherte am Freitag, dass der Stau auf der Autobahn 12, der sich nach der Festnahme gebildet hatte, ordnungsgemäß abgesichert worden sei. Das hätten die internen Überprüfungen innerhalb des Polizeipräsidiums ergeben. Selten hat es einen Polizeieinsatz mit so tragischen Folgen für Unbeteiligte gegeben. Zivilfahnder der Soko "Grenze" hatten fünf Mitglieder einer Bande mutmaßlicher polnischer Autodiebe und –schieber observiert. Im Verlauf des Einsatzes wurde entschieden, die Personen festzunehmen, bevor sie Deutschland verlassen konnten. Die vier Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren sowie eine 21-jährige Mittäterin waren dann am Mittwoch gegen 23 Uhr auf der Autobahn im Bereich der Anschlussstelle Frankfurt (Oder) West und des Rastplatzes Frankfurter Tor festgenommen worden. Einer der Verdächtigen hatte dann versucht, sich der Festnahme zu entziehen, war aus dem von ihm geführten gestohlenen PKW gesprungen und über die Fahrbahn gelaufen. Dabei wurde der 38-Jährige von einem Zivilfahrzeug der Berliner Polizei erfasst und schwer verletzt. Rettungskräfte brachten ihn umgehend in ein Krankenhaus. Wegen des Rettungseinsatzes, der Unfallaufnahme und der Bergung der beteiligten Fahrzeuge war die A12 in Richtung Osten gesperrt worden.

Der Unfall mit drei tödlich verletzten Personen war etwa zwei Stunden nach der Festnahmeaktion geschehen. Er ereignete sich praktisch in dem Moment, in dem am vorherigen Festnahmeort die Sperrung der Fahrbahn vollständig aufgehoben wurde. Bereits etwa 20 Minuten vorher war dort ein Fahrstreifen wieder für den Verkehr freigegeben worden. Auf dem vom Stau betroffenen Abschnitt der A 12 waren zu der Zeit Leuchtzeichen der Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung in Betrieb, die auf den Stau hinwiesen und Tempolimits anzeigten. Etwa 2,4 km vor dem späteren Unfallort wurden eine Gefahrenwarnung und die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit auf 100 km/h angezeigt. Eine weitere solche Anzeige befand sich etwa 1100 Meter vor dem späteren Unfallort. Hier wurden „Achtung Stau“ und eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h angezeigt. Der mit vier Männern besetzte Pkw war ungebremst in einen Lastwagen gerast. Der einzig überlebende Insasse befindet sich nach wie vor in einer Berliner Spezialklinik.

Brandenburgs Polizeipräsident Arne Feuring sagte am Donnerstag in Potsdam: "Ich bedauere zutiefst, dass es in der weiteren Folge zu dem tragischen Verkehrsunfall mit drei getöteten und einer schwerverletzten Person kam."

Der aktuelle Fahndungserfolg sei ein Beleg für die gut funktionierende Zusammenarbeit der Polizeibehörden von Brandenburg und Berlin. Durch koordinierten Kräfteeinsatz konnten Mitglieder einer in beiden Bundesländern agierenden Bande festgenommen werden, teilte Feuring weiter mit. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) erließ ein Richter am Donnerstag Haftbefehle gegen alle fünf Verdächtigen, sie kamen in U-Haft. Der Schwerverletzte soll so bald wie möglich in ein Haftkrankenhaus verlegt werden.

 

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