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Tourist von S-Bahn-Kontrolleuren beleidigt : Polizei sucht Zeugen des antisemitischen Vorfalls

Drei Tage nachdem ein Israeli antisemitische Beleidigungen durch Kontrolleure der S-Bahn angezeigt hat, sucht der Staatsschutz nun Zeugen des Vorfalls.

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Manche Berliner S-Bahn-Fahrer müssen in den kommenden Monaten wieder geduldig sein.
Manche Berliner S-Bahn-Fahrer müssen in den kommenden Monaten wieder geduldig sein.Foto: dpa

Der Staatsschutz bittet um Mithilfe bei der Suche nach Personen, die Zeugen einer antisemitischen Beleidigung auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofes Treptower Park geworden sein könnten. Am Dienstag, dem 18. Oktober 2016, gegen 10.30 Uhr wurde ein 35-jähriger israelischer Staatsangehöriger in der Ringbahn S42 zwischen den Stationen Sonnenallee und Treptower Park im Rahmen einer Fahrscheinkontrolle von zwei männlichen Sicherheitsmitarbeitern überprüft. Da der Israeli nach Polizeiangaben über keinen gültigen Fahrausweis verfügte, wurde die Überprüfung auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Treptower Park fortgeführt. Im Zuge dessen soll es von Seiten der als südländisch beschriebenen Kontrolleure zu antisemitischen Äußerungen gegenüber dem 35-Jährigen gekommen sein.

Das Landeskriminalamt fragt:

- Wer hat das Geschehen beobachtet und/oder kann Angaben zum Tathergang machen?
- Wer kann Angaben zu den Tatverdächtigen machen bzw. diese beschreiben?
- Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise unter Telefon 4664 - 953 128, per E-Mail an lka531@polizei.berlin.de oder an jede andere Polizeidienststelle.

So hatte der Tagesspiegel am Mittwoch berichtet:

Ein Tourist aus Israel soll am Dienstag von den beiden Männern, die er als südländisch aussehend beschreibt, antisemitisch beleidigt worden sein.

Der Vorfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr am S-Bahnhof Treptower Park, als der 35-jährige Fahrgast mit einem abgelaufenen Fahrausweis erwischt wurde. Anhand seines Reisepasses sollen die Kontrolleure die Personalien des Schwarzfahrers notiert haben. Im Anschluss sei er dann von ihnen antisemitisch beleidigt worden.

Die Deutsche Bahn nahm nach Anfrage des Tagesspiegel am Mittwoch Stellung zu dem Vorfall. "Wir nehmen den Vorwurf sehr ernst und unterstützen die ermittelnden Behörden. Solche Äußerungen wären absolut inakzeptabel, auch wenn sie nicht von DB-Mitarbeitern, sondern wie wir inzwischen wissen, von Personen eines beauftragen Unternehmens kommen", sagte Konzernsprecher Achim Stauß. Um welche Kontrolleure es sich genau handelt, versucht der Staatsschutz jetzt herauszufinden.

Antisemitismus am Alexanderplatz

Seit Dienstag ermittelt der Staatsschutz auch in einem anderen Fall wegen möglicher antisemitischer Beleidigung. Ein 51-Jähriger betrat am Dienstagabend eine Burger-King-Filiale am Alexanderplatz, um einen Kaffee zu bestellen. Der 29-jährige Mitarbeiter des Schnellrestaurants soll ihm jedoch die Bedienung mit den Worten "I don't serve jews" (Ich bediene keine Juden) verweigert haben.

Als die alarmierten Polizisten eintrafen, hatte der Verdächtige seine Schicht bereits beendet. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen konnte Burger King auf Nachfrage keine Angaben zum Vorfall machen.

Am Dienstagabend soll zudem auch eine Japanerin ausländerfeindlich beleidigt worden sein. Die 34-jährige Frau stand um 20.45 Uhr an der Bushaltestelle Markgrafendamm (Friedrichshain), als ein 32-Jähriger sie ausländerfeindlich angesprochen habe. Auf die alarmierten Polizisten reagierte der 32-Jährige äußerst aggressiv und beleidigte die Beamten. Bei dem Mann wurde ein Atemalkoholwert von 1,7 Promille gemessen. Er kam kurzzeitig in eine Gefangenensammelstelle.

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