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Trauer nach dem Anschlag von Nizza : Michael Müller geht von deutschen Opfern aus

Vor der Französischen Botschaft in Berlin werden Blumen zum Gedenken an die Opfer abgelegt. Das Deutsch-Französische Fest auf dem Pariser Platz findet nicht statt. Beim Volksfest soll sich nichts ändern. Michael Müller trat am Pariser Platz auf.

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Am frühen Morgen wurden die ersten Blumen vor der Französischen Botschaft am Pariser Platz in Gedenken an die Opfer von Nizza abgelegt.
Am frühen Morgen wurden die ersten Blumen vor der Französischen Botschaft am Pariser Platz in Gedenken an die Opfer von Nizza...Foto: Jörn Hasselmann

Am Morgen nach dem Anschlag von Nizza werden die ersten Blumen an den Absperrgittern vor der Französischen Botschaft am Pariser Platz abgelegt. "Gottes gutes Geleit" steht auf einer Karte. Die Sicherheitsvorkehrungen sind bislang nicht weiter verschärft worden.

Das Fest "Jour de Fête Berlin", das anlässlich des Französischen Nationalfeiertages am Freitag und Sonnabend auf dem Pariser Platz stattfinden sollte, wird zumindest für heute abgesagt. Das sagte die Französische Botschaft auf Nachfrage. Ob und wie das Fest am Sonnabend stattfindet, ist unklar. "Darüber denken wir noch nach", hieß es bei der Botschaft. Ursprünglich war mit "Kulinarischen Köstlichkeiten, Zirkus, Konzerten und allerlei Aktivitäten zum Mitmachen" geworben worden. Das Fest sollte eigentlich um 12 Uhr beginnen, die offizielle Eröffnung ist für 14 Uhr geplant. Veranstalter ist die Französische Botschaft.

Beim Deutsch-Französischen Volksfest am Kurt-Schumacher-Damm soll es keine Einschränkungen geben. "Unser Fest findet auch heute wie geplant statt", sagte Michael Roden, Chef des veranstaltenden Berliner Schaustellerverbandes, dem Tagesspiegel. Auch für eine Gedenkminute sieht er keinen Anlass. Ab 15 Uhr sollen hier Schausteller auftreten, es gibt auch Fahrgeschäfte. Zu möglichen verschärften Sicherheitsvorkehrungen sagte Roden: "Im Moment brauchen wir die noch nicht."

Am Nachmittag trat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller vor der Französischen Botschaft auf und bekundete für das Land Berlin seine Trauer. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch Berliner unter den Opfern sind", sagte Müller am Freitag in einer Ansprache am Brandenburger Tor. Nach Tagesspiegel-Informationen sind eine Lehrerin und zwei Schülerinnen in Nizza ums Leben gekommen.

Auch Berlins Innensenator Frank Henkel hat mit Bestürzung auf die Nachrichten aus Nizza reagiert. "Erneut hat der Terror in Frankreich sein widerliches Gesicht gezeigt", teilte der CDU-Politiker mit. "Dieser unfassbare Angriff auf friedlich feiernde Menschen macht einmal mehr sprachlos und zeigt, dass solche Attacken die freie Welt immer und überall erschüttern können." Als Zeichen des Mitgefühls der Berliner Bevölkerung habe er für Freitag und Samstag Trauerbeflaggung an den öffentlichen Gebäuden der Stadt angeordnet. Henkels CDU will zudem bei ihrem Landesparteitag am Freitagabend eine Gedenkminute abhalten und die französische Hymne abspielen. "Unsere Antwort auf diesen niederträchtigen Anschlag kann nur sein, weiter gemeinsam dem Terror die Stirn zu bieten und wachsam zu bleiben", sagte Henkel weiter. "Wir werden nicht zulassen, dass der Terror unser Leben bestimmt und gemeinsam den Kampf gegen diese terroristischen Menschenfeinde fortsetzen."

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