Treptow : Farbschmierereien gegen Wohnprojekte

Auch eine Woche nach Ende der sogenannten linksautonomen „Action Weeks“ haben mutmaßliche Linksextremisten am Wochenende und in der Nacht zu Montag Anschläge auf Wohnhausprojekte in Treptow und in Friedrichshain verübt. In beiden Fällen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz.

BerlinAuf eine im Bau befindliche Stadtvilla in Treptow hatten es Unbekannte in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag abgesehen. Bei dem Farbanschlag auf das Gebäude in der Lohmühlenstraße hätten die Täter zwei Schriftzüge („Keine Stadtvillen mehr“) hinterlassen. Scheiben seien nicht zerborsten, hieß es bei der Polizei. Der Schaden sei gering gewesen.

Zu dem Anschlag haben Unbekannte ein Bekennerschreiben über das Internet verbreitet. In diesem heißt es: „Zuvor war das Gelände ein Teil des Naherholungsgebietes am Kanal, und jetzt verschwindet wieder ein Stück des Lebensraumes (...) zu Gunsten von Spekulanten und Investoren. Und weitere Villen sind in Planung, wie der Bebauungsplan vorsieht.“ Die Folgen seien nach Ansicht der Aktivisten Mietsteigerungen, Luxussanierungen und die darauffolgende Vertreibung von einkommensschwachen Bewohnern. Unterzeichnet ist der Brief mit „Wir bleiben alle!“ – dem Motto der Action-Weeks- Kampagne. Während der zwei Wochen dauernden Aktionstage, die am 21. Juni endeten, hatte es laut Polizei 116 linksextreme Anschläge auf Autos und Gebäude gegeben.

In Friedrichshain haben Unbekannte in der Nacht zu Montag Dämmplatten auf einer Baustelle in der Richard- Sorge-Straße angezündet. Dort sollen ebenfalls Wohnungen entstehen. Ein Motorradfahrer sah den Brand gegen 1.20 Uhr und meldete ihn einer Polizeistreife. Die Beamten löschten das Feuer selbst.

Für kommenden Freitag hat die „AG Spreepiratinnen“ mit Unterstützung eines breiten Bündnisses linker Gruppen eine groß angelegte Protestaktion gegen eine SPD-Veranstaltung unter dem Motto „Heimat Metropole – Sozialdemokratische Politik für moderne Großstädte“ in Friedrichshain angekündigt. Dort werden ab 17 Uhr im Radialsystem in der Holzmarktstraße unter anderem Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering erwartet. Das Bündnis verurteilt die Veranstaltung, „die mitten im „Mediaspree-Gebiet stattfindet“, wie es hieß. Es ruft dazu auf, auf „kreative und vielfältige Art“ dagegen zu protestieren. (tabu)

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