Trotz Studie : Von der Aue will JVA Heidering bauen lassen

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) hält trotz einer Studie über zahlreiche freie Haftplätze in Brandenburg am Bau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering fest.

200616_3_080212_heidering_ddp.JPG
Effizienter Justizvollzug? Der Siegerentwurf zur Haftanstalt Heidering. -Grafik: ddp

Der Neubau im brandenburgischen Großbeeren habe für den Senat weiter „oberste Priorität“, da das Land 650 Plätze im geschlossenen Männervollzug brauche, sagte der Sprecher der Senatsjustizverwaltung, Bernhard Schodrowski, auf ddp-Anfrage. Auch handele es sich lediglich um eine Studie. Sie werde die „verantwortungsvollen Planungen“ der Behörde für den Berliner Strafvollzug nicht beeinflussen, sagte der Sprecher. Berlin will in Großbeeren für rund 120 Millionen Euro eine neue Justizvollzugsanstalt bauen.

Laut der Studie der Universität Potsdam verfügt das Land Brandenburg über zwei Gefängnisse zu viel, wie die „Berliner Morgenpost“ (Samstagausgabe) berichtete. Dies seien fast 1000 Haftplätze. Die JVA Neuruppin-Wulkow etwa könnte künftig von Berlin betrieben werden. Brandenburgs Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) hatte vor Wochen Berlin ein Angebot zur Nutzung von märkischen Gefängnissen gemacht.

Schodrowski sagte, die in der Studie angeführten freien Haftplätze bezögen sich auf alle Haftarten, also auch auf die Bereiche Jugend, Frauen und Abschiebung. Auch sei Berlin nach einem Urteil des Kammergerichts gehalten, Gefangene wohnortnah unterzubringen. Regelmäßige Besuche von Freunden und Verwandten seien ein wichtiger Aspekt der Resozialisierung. Da sei es schon ein Unterschied, ob man nach Neuruppin oder Großbeeren fahren müsse.

Dem Sprecher zufolge bringt der JVA-Neubau für das Land auch die Möglichkeit, einen „zeitgemäßen Strafvollzug“ zu verwirklichen. So seien einige Zellen in der JVA Tegel schlicht zu klein und damit verfassungswidrig. ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar