Überfälle in Berlin : Fliegende Thermoskanne rettet Späti-Verkäufer

Nicht nur das KaDeWe: Drei bewaffnete Überfälle auf Supermärkte gab es am Sonnabend in Berlin, in einem Fall wurde der Täter geschnappt. Ein Späti-Besitzer in Prenzlauer Berg wehrte sich mit einer Thermoskanne.

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Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)
Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)Foto: dpa

Der Sonnabend war in Berlin ein Tag zahlreicher Überfälle. Nicht nur das KaDeWe, ein Ehepaar in Rosenthal sowie ein Mann in Mariendorf waren davon betroffen, auch Lebensmittel-Discounter und ein Späti - wobei sich hier der Verkäufer zu wehren wusste.

Rahnsdorf: Räuber fesseln vier Netto-Verkäuferinnen

Sehr früh am Sonnabend in Rahnsdorf: Zwei Unbekannte lauern den Angestellten eines Netto auf, als diese gegen 5.45 Uhr das Geschäft in der Fürstenwalder Allee betreten. Mit Schusswaffen bedrohen sie die vier Frauen und fordern Geld. Als sie das haben, fesseln sie die Mitarbeiterinnen im Alter von 33, 47, 50 und 52 Jahren. Dann bringen sie die Frauen in einen Aufenthaltsraum des Ladens und flüchten; wohin ist nicht bekannt. Die vier Frauen werden körperlich nicht verletzt, stehen jedoch unter Schock.

Falkenhagener Feld: Festnahme direkt neben dem Supermarkt

Erfolg für die Polizei in Falkenhagener Feld - sie nimmt dort am Samstagabend einen mutmaßlichen Räuber fest. Der 27-Jährige soll zuvor den Penny in der Straße Am Kiesteich überfallen haben. Gegen 21 Uhr stürmt er demnach mit einer Gasmaske maskiert in den Supermarkt, hält der 54-jährigen Kassiererin ein Messer vor und verlangt Geld. Aus Angst weicht die Frau nach hinten aus, fällt dabei über die Kassen-Abtrennung und verletzt sich am Hinterkopf. Der Räuber bedroht die Frau weiter mit dem Messer, bekommt jedoch kein Geld. Weil mehrere Zeugen parallel die Polizei verständigen, flüchtet der Kriminelle schließlich ohne Beute. Polizisten können den schon von ähnlichen Fällen bekannten 27-Jährigen direkt neben dem Supermarkt festnehmen und der Kriminalpolizei übergeben.

Rudow: Zwei Bewaffnete überfallen Aldi

Auf den Aldi in der Kanalstraße in Rudow haben es zwei Räuber am Samstagabend abgesehen: Gegen 20.45 Uhr verlässt eine 31-jährige Angestellte das Geschäft, als plötzlich zwei Maskierte an sie herantreten und ihr eine Schusswaffe vorhalten. Sie drängen die Frau zurück in den Laden, wo noch eine 24-jährige Kollegin und ein Kollege im Alter von 26 Jahren sind. Die zwei Räuber fordern die zwei Frauen und den Mann auf, in ein Büro zu gehen, und verlangen Geld. Damit flüchten die Täter, die Angestellten bleiben unverletzt.

Prenzlauer Berg: Späti-Verkäufer wehrt sich mit Thermoskanne

Eine originelle und effektive Methode der Selbstverteidigung wählt ein Späti-Besitzer in Prenzlauer Berg. Gegen 21 Uhr kommt ein Unbekannter in das Geschäft in der Schönfließer Straße, zwei Komplizen warten vor der Tür. Der Mann richtet eine Wasserspritzpistole auf den 57-jährigen Inhaber und drückt ab: Eine Ladung Flüssigkeit landet im Gesicht des Verkäufers. Der revanchiert sich mit einer Thermoskanne, die er dem Angreifer ins Gesicht wirft. Der wird davon so überrascht, dass er flieht, zusammen mit seinen Komplizen rennt er in Richtung Driesener Straße. Der Verkäufer allerdings hat von dem Angriff eine Augenreizung davongetragen, die er ambulant in einem Krankenhaus behandeln lässt.

Alle Informationen nach Angaben der Polizei Berlin.

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