Überfall : Haft für Raub mit angeblich HIV-verseuchter Spritze

Er wollte Parfüm stehlen, doch der Ladendetektiv stellte sich ihm in den Weg. Da zog der 38-Jährige Dieb eine Spritze, drohte zuzustechen. "Ich habe Aids", behauptete er. Am Montag ist der Fall vor Gericht verhandelt worden.

BerlinWegen besonders schweren räuberischen Diebstahls und versuchter Körperverletzung hat das Landgericht Berlin am Montag einen 38-jährigen Mann zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen, im April 2006 in einer Drogerie einen Ladendetektiv mit einer vermeintlich HIV-infizierten Spritze bedroht haben. Der Detektiv hatte den Mann beim Diebstahl eines Parfums ertappt.

Täter wendete "Masche" häufiger an

Mit den Worten "Lass mich laufen, sonst steche ich zu. Ich habe Aids", hatte er laut Anklage wiederholt in Richtung des Gesichts des Wachmanns gezielt. Erst mit Hilfe zweier Passanten wurde der Mann schließlich überwältigt. Nach Ansicht des Gerichts wendete der Angeklagte "diese Masche" häufiger bei Diebstählen an. Die Spritze sei ein "gefährliches Werkzeug", betonte der Richter. Zeugen hätten lange Zeit mit der Ungewissheit leben müssen, ob es zu einer Übertragung gekommen sei. Das Gericht ging jedoch von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten aus, weil dieser damals drogenabhängig war.

Vor Gericht war der Angeklagte geständig. Er gab an, den Diebstahl begangen zu haben, um damit seine Drogen zu finanzieren. Eine Blutuntersuchung bestätigte, dass der Mann nicht mit dem HI-Virus infiziert war. Die leere und bereits benutzte Spritze enthielt lediglich Rückstände roter Farbe.

Schock für den Ladendetektiv

Der Privatdetektiv leidet nach eigenen Worten bis heute unter dem Ereignis. Unter Tränen berichtete der 39-Jährige vor Gericht, von dem Kratzer am Arm und der damit verbundenen Angst, infiziert worden zu sein. Seine damals hochschwangere Frau habe sich "so aufgeregt", dass es zu einer Frühgeburt kam. (jnb/ddp)

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