Überfall in Berlin-Neukölln : Taschengeld gestrichen: 19-Jähriger beging Raub

Weil er zu spät nach Hause gekommen war, strichen ihm seine Eltern das Taschengeld. Weil Dzemal H. aber Geld für eine Silvesterparty mit Freundinnen brauchte, überfiel er einen Spätkauf. Die Polizei fasste ihn nach wenigen Minuten.

Kerstin Gehrke
Am 27. Dezember 2012 überfiel Dzemal H. einen Spätkauf, weil er Geld brauchte. Seine Eltern hatten ihm das Taschengeld gestrichen. Foto: dpa
Am 27. Dezember 2012 überfiel Dzemal H. einen Spätkauf, weil er Geld brauchte. Seine Eltern hatten ihm das Taschengeld gestrichen.Foto: dpa

Die Eltern hatten ihm das Taschengeld gestrichen, weil er verspätet nach Hause gekommen war. Kurz darauf steckte der 19-Jährige Sturmmaske, Machete und Messer ein. Als Räuber wollte er „besorgen“, was er für eine „Silvesterparty mit Mädchen“ für erforderlich hielt. Maskiert und mit der Machete in der Hand war er am 27. Dezember in einem Spätkauf auf den Tresen gesprungen. „Ich war total schockiert über mich“, sagte Dzemal H. am Freitag vor Gericht. Den Überfall zu leugnen, war zwecklos. Es gab Videoaufnahmen und eine rasche Festnahme.

Der junge Mann von kräftiger Statur war bis dahin kein Fall für Polizei und Justiz. Er sei an dem Abend „ein bisschen verwirrt“ gewesen, nuschelte er. Als er einen Freund mit ebenfalls leerem Portemonnaie traf, schlug er einen Überfall vor. Der 18-Jährige willigte ein und bekam von H. ein Messer. Auch in dem Geschäft in Neukölln war H. tonangebend. Er hielt einem 31-jährigen Verkäufer die Machete vor die Nase. „Überfall“, brüllte er und ließ die Beute in eine Plastiktüte packen.

Mit 765 Euro entkamen die jungen Räuber. Doch die Polizei war ihnen nur Minuten später auf den Fersen. Dzemal H. wollte gerade Scheine unter seinen Pullover schieben, als eine Zivilstreife das Duo fasste. „Sie haben einen Menschen zu Tode erschreckt“, hielt die Richterin dem Hauptangeklagten vor. Als Ersttäter kam er aber mit einer Jugendstrafe von 22 Monaten Haft auf Bewährung davon. Zudem soll er 80 Stunden Freizeitarbeit leisten und an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen. Sein Komplize erhielt 14 Monate Haft auf Bewährung.

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