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Überfall in der Friedrichstraße : U-Bahn-Schläger bis Ende Juni von der Schule beurlaubt

Torben P. darf weitere sechs Wochen nicht am Unterricht seiner Schule teilnehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag vor. Im Internet wird er offenbar auch von Mitschülern bedroht.

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Die Tat löste Entsetzen aus. Der Umgang mit dem Täter Empörung.
Die Tat löste Entsetzen aus. Der Umgang mit dem Täter Empörung.Foto: DAPD

Die Bettina-von-Arnim-Oberschule hat über die erneute Beurlaubung des U-Bahn-Schlägers Torben P. entschieden. Er wird ab Montag weitere sechs Wochen nicht am Unterricht teilnehmen. Das entschied der Leiter der Gesamtschule im Märkischen Viertel in Absprache mit der Senatsverwaltung.

Die Anklageschrift wurde Torben P. am Mittwoch zugestellt. Ihm wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Dem ebenfalls 18-jährigen Mittäter Nico A. werden gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Der Prozesstermin wird Ende Mai bekannt gegeben.

Wenn bis zum Ende der Beurlaubung der Prozess noch nicht begonnen hat, soll erneut über den Verbleib von Torben P. entschieden werden, hieß es am Mittwoch von der Bildungsverwaltung.

Der 18-Jährige hatte gestanden, auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße am Karsamstag einen 29-Jährigen zusammengeschlagen und durch Kopftritte schwer verletzt zu haben. Nach den Osterferien war er zunächst für zehn Tage vom Unterricht ausgeschlossen worden. Die Anklageschrift soll Torben P. in den nächsten Tagen zugestellt werden. Wann genau der Prozess gegen ihn beginnt, wird frühestens Ende Mai von der Jugendkammer des Landgerichts entschieden. Bis dahin erhielt er Haftverschonung.

Bei der Entscheidung der Schule den 18-Jährigen weiter zu beurlauben spielte die Frage nach dem Schulfrieden eine entscheidende Rolle. Ein normaler Schulalltag schien bei der aufgeheizten Stimmung unter den Schülern kaum möglich. Alle kennen die brutalen Szenen aus dem Überwachungsvideo der BVG.

Wie sehr der Vorfall die Schüler bewegt, zeigt sich im Internet. In hunderten Kommentaren werden dort Fotos und private Daten wie Telefonnummern und Adressen der Familie P. veröffentlicht. Zum Teil wird auch offen mit Gewalt gegen Torben P. gedroht. Der Mitschüler gehöre „abgestraft“, schreibt ein User, „wenn nicht von der Justiz, dann von anderen“. Einige posten Gerüchte, nach denen Torben P. bereits von einem Freund des Opfers tätlich angegriffen worden sein soll. Andere rufen dazu auf, den vollen Namen des Tatverdächtigen in möglichst vielen Internetforen zu veröffentlichen, um ihm auch nach einer Haftstrafe das Leben schwer zu machen. „Wenn er sich bewirbt, wird immer dieses Video zu sehen sein“, kommentiert ein Nutzer. „Wird er irgendwann einen Job suchen, wird sein Chef ein wenig googeln und wird sehen, um was für einen Menschen es sich da handelt“, schreibt ein an anderer.

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