Überfall : Polizei fahndet nach Kreuzberger Bankräuber

Ein maskierter Mann hat am Montagmorgen eine türkische Bank in Kreuzberg überfallen. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte die Filiale. Die Fahnder bitten nun um Hinweise auf den flüchtigen Täter aus der Bevölkerung.

Jörn Hasselmann
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Polizeieinsatz vor der Bankfiliale in Kreuzberg.Foto: ddp

Ein maskierter Mann hat gestern früh die Berliner Filiale der „ Anker Bank“ in Kreuzberg überfallen. Der Täter hatte die beiden Angestellten abgepasst, als sie gegen 8.30 Uhr die Bank am Kottbusser Tor über einen Hintereingang betreten wollten. Er bedrohte sie mit einer Schusswaffe und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Anschließend sperrte sie der Täter ein und flüchtete.

Die 31 und 32 Jahre alten Angestellten informierten die Polizei telefonisch. Da nicht sicher war, ob sich der Räuber noch in den Räumen aufhielt, wurde sicherheitshalber das Spezialeinsatzkommando angefordert, das um 9.30 Uhr die Bank stürmte. Doch der Täter war schon weg. Er erbeutete dem Vernehmen nach gut 20 000 Euro. Die Beschreibung ist vage: Etwa 20 Jahre, vermutlich Türke oder Araber. Die Anker-Bank hat in Deutschland sieben Filialen, sie gehört dem türkischen Konzern Oyak.

Ein völlig untypischer Fall

Für die Kripo ist der Kreuzberger Überfall mittlerweile völlig untypisch. Die Zahl derartiger Taten ist in den letzten Jahres massiv gesunken. Wurden 1993 in Berlin noch 98 Banken überfallen, waren es 2007 nur noch neun. Im Jahr 2006 war mit nur drei Taten der niedrigste Stand seit dem Krieg erreicht.

Von den neun Taten im Vorjahr schreibt die Kripo sechs Taten einem Einzeltäter zu, der den Kassierern lediglich Zettel mit einer Geldforderung zugeschoben hatte. Der unbewaffnete und unmaskierte Mann erbeutete dabei maximal 5000 Euro, bei drei Taten wurde er ohne Beute von den Angestellten rauskomplimentiert. Diese Serie brach im vergangenen September abrupt ab.

Verbesserte Sicherheit

Der für Bankraub im Landeskriminalamt zuständige Dezernatsleiter Manfred Schmandra begründet den Rückgang mit der besseren Sicherheitstechnik in Banken. Kassierer können heute nur noch über einen geringen Geldbetrag – wenige tausend Euro – an ihrem Schalter ohne Zeitverzögerung verfügen. In fast allen Instituten ist zudem der Zentraltresor gesichert, sodass Täter auch mit Gewalt nicht mehr dort herankommen.

Nach Auskunft des bundesweit bekannten Berliner Experten werden inzwischen 45 Prozent aller Bankraube in Deutschland in Kleinstädten unter 20 000 Einwohnern verübt, weil die kleinen Institute noch nicht so gesichert sind . „Berlin ist beim Rückgang Spitze“, sagte Schmandra. Früh sei es gelungen, die Banken vom Sinn einer besseren Sicherheit zu überzeugen. Wie berichtet, hat Manfred Schmandra auch Supermarktketten zu besseren Tresoren überredet wie Schlecker, Plus und Getränke Hoffmann. Seitdem gibt es auch dort kaum noch Überfälle.

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