Überfallserie : Räuber gesteht bei Haftentlassung weitere Taten

Späte Reue: Bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis hat ein wegen Raubes verurteilter Mann eine Serie von weiteren Überfällen gestanden. Er wollte damit einen anderen Verdächtigen entlasten, gab er als Grund für das verspätete Bekenntnis an.

BerlinNach einer Überfallserie auf fünf Banken und zwei Tankstellen im Jahr 2003 hat das Landgericht Berlin am Dienstag einen 29-jährigen Mann zu insgesamt zehn Jahren Haft verurteilt. In das Urteil wurde eine Strafe von sechs Jahren Haft mit einbezogen. Bei den Überfällen hatte der Mann Bankangestellte mit einer Schreckschusswaffe bedroht und rund 55.000 Euro erbeutet.

Der seit 2003 wegen eines anderen Überfalls im Gefängnis sitzende Mann hatte vor seiner Entlassung im Frühjahr dieses Jahres überraschend die Raubserie gestanden. Seine "besondere Aufklärungshilfe" wurde vom Gericht erheblich strafmildernd gewertet. Ohne sein Geständnis hätten die Taten nie aufgeklärt werden können, zumal ein Zeuge damals bereits einen anderen Mann als Täter identifiziert hatte, hieß es. Nach Angaben des Verteidigers hatte es der Angeklagte als "unerträglich" empfunden, dass ein anderer für seine Taten festgenommen wurde.

Im August 2003 hatte er sich der Polizei gestellt, als ein anderer Mann, der ihm ähnlich sah, wegen eines von ihm begangenen Raubüberfalles verhaftet worden war. Danach war die seit Anfang 2003 dauernde Überfallserie beendet gewesen. Als Tatmotiv hatte der Angeklagte im Prozess hohe Schulden genannt. Er habe damals einen "recht hohen Lebensstandard" gehabt. Er habe viel gefeiert und getrunken, aber auch Geld verspielt. Körperliche Gewalt habe er niemals eingesetzt, weil das nicht seine "Natur" sei. (mit ddp)

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