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Übergriff in der Oderlandbahn in Brandenburg : Fotos zur Fahndung: Betrunkenes Schlägertrio verprügelt Familie

Die Polizei fahndet mit Überwachungsvideo: In einem Zug nach Berlin attackierten am Sonnabend drei alkoholisierte Männer eine Familie. Nachdem der Vater um Ruhe gebeten hatte.

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Einsatz am Bahnhof. Unbekannte haben eine Familie im Umland von Berlin verprügelt.
Einsatz am Bahnhof. Unbekannte haben eine Familie im Umland von Berlin verprügelt.Symbolfoto: dpa

Am Mittwoch veröffentlichte die Bundespolizei Fotos von den drei mutmaßlichen Tätern zur Fahndung. Eine Überwachungskamera im Zug hatte den Tathergang gefilmt, bei dem sogar der sechsjährige Sohn der Familie Verletzungen erlitt.

Ein Zugbegleiter konnte den Übergriff, der sich kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Strausberg ereignete, beenden. Er informierte die Bundespolizei, die den Notruf an die Landespolizei weitergab. All das soll sich nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei innerhalb weniger Minuten zugetragen haben. Die nach Aussagen des Zugbegleiters und der Opfer alkoholisierten Täter verließen am Bahnhof Strausberg fluchtartig den Zug, bevor die Polizeibeamten gegen 21.10 Uhr eintrafen. Sie suchten noch das Umfeld des Bahnhofs ab. Vergeblich.

Fahndung mit Videomaterial

Die Polizei fahndet nach den drei Männern, deren Alter auf 20 bis 30 Jahre geschätzt wird. Sie sollen zwischen 1,80 und 1,90 Meter groß sein und Polnisch sowie Deutsch sprechen. Außerdem werden weitere Zeugen gesucht - auch Zeugen, die möglicherweise mit im Zug gesessen haben und Aussagen zum Tathergang machen können. Ob die Täter den Bahnhof Strausberg als Zielbahnhof hatten oder flüchteten, weil sie den Notruf des Zugbegleiters mitbekamen, ist derzeit unklar. Der Vater trug Blutergüsse im Gesicht und am Kopf davon, sowie eine Platzwunde im Kopfbereich. Der Sohn erlitt einen Bluterguss am Oberschenkel, die Mutter einen Bluterguss am Oberarm. Der Schlichter wurde nicht verletzt.

Angriff nach Bitte um Ruhe

Die Familie war gegen 21 Uhr in der Oderlandbahn RB 26 unterwegs nach Berlin: der 29-jährige Vater, seine 32-jährige Frau und der gemeinsame Sohn, gerade sechs Jahre alt. Nach Angaben der Bundespolizei wohnt die Familie in Treptow. Neben ihnen im Abteil saßen die drei jungen Männer, deren Alter auf 20 bis 30 Jahre geschätzt wird. Sie unterhielten sich offenbar in einer Lautstärke, die den Familienvater störte. Deshalb bat er das Trio auf der Strecke zwischen Müncheberg und Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) darum, die Gesprächslautstärke zu senken. Das reichte den Männern, um aufzuspringen und den Familienvater vor den Augen von Frau und Kind zu verprügeln. Laut Bundespolizei schlugen alle drei mit den Fäusten auf den Kopf des 29-Jährigen ein - und wurden dabei von einer Überwachungskamera gefilmt, die im Abteil installiert war.

Das Videomaterial liegt der Staatsanwaltschaft vor

Die 32-jährige Mutter wollte ihrem Mann helfen. Daraufhin wurde auch sie geschlagen. Im Handgemenge wurde auch der sechsjährige Sohn verletzt. "Noch wissen wir nicht, ob der Sechsjährige gezielt attackiert wurde", sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Dienstag. Das Videomaterial ist bereits ausgewertet und liegt der Staatsanwaltschaft vor. Am Mittwoch wird das Bildmaterial voraussichtlich zur Fahndung an die Öffentlichkeit gegeben. Die Familie fuhr zunächst weiter bis Berlin, wo sie gegen 21.30 am Bahnhof Lichtenberg eintraf. Die Familie wurden von dort mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung

Gegen das Schlägertrio wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Einer der Schläger trug eine weiße Kapuzenjacke, ein anderer war mit einer Tarnfleckjacke bekleidet. Die Familie stammt ursprünglich aus Polen - da die Täter sich offenbar selbst auf Polnisch unterhielten, ist nicht von einem fremdenfeindlichen Übergriff auszugehen.

Es wurde eine Sonderkommission bei der ermittlungsführenden Dienststelle am Berliner Ostbahnhof eingerichtet. Weiterhin werden Beamte der Bundespolizei verstärkt in dem Streckenabschnitt präsent sein und gezielt nach den Tatverdächtigen fahnden. Sachdienliche Hinweise nimmt die Bundespolizei unter der Rufnummer (030) 297779-0, wie immer kann auch jede andere Polizeidienststelle kontaktiert werden.

Die Oderlandbahn wird von der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft betrieben. Seit Dezember 2006 fährt der Zug stündlich auf der 87 Kilometer langen Strecke zwischen Kostrzyn in Polen und Berlin-Lichtenberg. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wird jede Fahrt von einem "Kundenbetreuer" begleitet. Der Zug, in dem sich der Übergriff ereignete, war der Vorletzte des Tages.


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