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Übergriff in Köpenick : Fremdenfeindliche Attacke auf 20-Jährigen

Ein 20-jähriger Türke wurde am Dienstag Opfer eines offenbar fremdenfeindlichen Übergriffs. Zwei Männer pöbelten ihn an, sprühten ihm Reizgas ins Gesicht und schlugen ihn. Der Grund: Sein südländisches Aussehen.

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Der 20-Jährige stand gegen 17 Uhr 30 mit zwei 15 und 16 Jahre alten Freundinnen auf dem Gehweg an der Kreuzung Bahnhof- Ecke Friedrichshagener Straße in Köpenick, als plötzlich ein Kleinbus neben ihm stoppte. Der Beifahrer des Fahrzeugs beleidigte den jungen Mann ausländerfeindlich, vermutlich aufgrund seines südländischen Aussehens. In der Folge ergab sich eine verbale Auseinandersetzung, bei der der Pöbler ausstieg und dem 20-Jährigen Reizgas ins Gesicht sprühte. Aus einem zweiten Kleinbus, der mittlerweile angehalten hatte, stieg eine weitere Person und schlug dem Angegriffenen ins Gesicht. Anschließend stiegen beide Täter wieder in die Fahrzeuge und fuhren davon. Der leicht Verletzte ließ seine Augenreizungen von den Rettungskräften vor Ort behandeln. Seine beiden Begleiterinnen blieben unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber war zufällig in der Nähe des Tatorts. "Ich war unterwegs zu einem Wahlkampftermin, als mir erst das Opfer und dann seine zwei Begleiterinnen entgegenkamen", sagte Schreiber dem Tagesspiegel am Mittwoch. Nachdem ihm das Opfer schilderte, was sich zugetragen hatte, benachrichtigte er sofort die Polizei. Schreiber, der Sprecher für Verfassungsschutz bei der SPD-Fraktion ist, vermutet ein fremdenfeindliches Motiv. Die beiden Mädchen hätten ihm berichtet, dass die Angreifer eine Glatze gehabt hätten und tätowiert gewesen seien. Den 20-Jährigen hätten sie als "Scheiß Kanacke" beschimpft.

Nur eine Querstraße vom Tatort entfernt, in der Seelenbinderstraße 42, befindet sich die Parteizentrale der rechtsextremen NPD. Ob es einen Zusammenhang gibt und die Täter aus der rechtsextremen Szene stammen, könne man bisher nicht sagen, hieß es bei der Polizei. Am Samstag wollen linke Gruppen vor der NPD-Zentrale unter dem Motto "Nazis auf die Pelle rücken" gegen einen Plakataktion der NPD demonstrieren. Laut Polizei werden 250 Teilnehmer erwartet. 

 

 

 

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