Unfälle : Zwei Menschen beim Baden ertrunken

Polizeieinsätze im Müggelsee und am Weißensee. Zwei Männer sind dort unter mysteriösen Umständen ertrunken. Die Retter warnen vor zu viel Alkohol am Strand.

Tanja Buntrock

Das Baden im See ist am Wochenende für zwei Menschen zum tödlichen Verhängnis geworden. Im Müggelsee wurde ein 23-jähriger Mann von den Rettern tot geborgen, im Weißensee ertrank eine 68-jährige Frau.

Der 23-Jährige war mit seinen Eltern aus Polen zu Gast bei seinem Bruder, der in Berlin lebt. Gemeinsam gingen sie zum Baden in das ehemalige Strandbad Müggelsee in Köpenick. Gegen 17.30 Uhr vermissten seine Angehörigen ihn und riefen den Wasserrettungsdienst. Neben der Wasserschutzpolizei waren 56 Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im Einsatz. 13 Boote beteiligten sich an der Suche. „Jeweils zehn Schwimmer haben sich untergehakt und eine Suchkette gebildet“, schildert DLRG-Einsatzleiter Frank Villmow. Diese Suchkette lief zunächst das flache Wasser ab. „Dort, wo es in die Tiefe geht, tauchten die Schwimmer dann ab und suchten mit den Armen den Grund nach dem Vermissten ab.“ Gegen 19 Uhr wurde einer dieser Rettungsschwimmer fündig und zog den Toten aus dem Wasser. „Wie wir erfuhren, war der Mann Nichtschwimmer. Warum er trotzdem ins Wasser ging, wissen wir nicht“, sagt Villmow. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klären. Laut Polizei ist noch unklar, ob der Mann Alkohol getrunken hatte. Noch mysteriöser erscheint der Tod der 68-Jährigen im Weißensee. Der Mitarbeiter einer Strandbar des Bades hatte bei seinem Rundgang gegen Mitternacht einen Rollator, Schuhe und ein Handtuch entdeckt. Da aber niemand zu finden war, dem die Sachen gehörten, rief er die Feuerwehr. Deren Taucher holten die tote Frau dann 40 Minuten später vom Grund. Auch hier soll eine Obduktion Näheres klären.

Die größte Sorge bereiten den Rettern noch immer Menschen, die nicht schwimmen können – auch wenn die Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland inzwischen auf 25 Prozent gesunken sei. Bereits Kinder sollten früh schwimmen lernen. Schwimmringe, Luftmatratzen und sonstige Gummitiere böten keine Sicherheit. Seit vergangenen April hatte die DLRG rund 600 Einsätze. Die Hitze sei ein Grund, warum es für viele Badenden gefährlicher wird im See (siehe Kasten). Vor allem, wenn es heiß ist und Alkohol konsumiert wird, kann es lebensgefährlich werden für die Schwimmer. Vergangene Woche wurde eine völlig betrunkene 15-Jährige gerettet, die von einer Spandauer Brücke ins Wasser gesprungen war.

Auch die Wasserschutzpolizei registriert, dass die Zahl der jungen Leute, die vor allem in der Innenstadt „zur schnellen Erfrischung“ von der Brücke springen, wieder zunimmt. „Das ist lebensgefährlich, denn in diesen Gewässern herrscht Schifffahrtsverkehr“, sagte eine Sprecherin. Doch wer die Baderegeln beachtet, wird weiterhin viel Spaß haben: Die Wassertemperaturen werden auch in den kommenden Tagen 20 bis 22 Grad Celsius betragen.

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