Unfall : Lastwagen blieb unter Bahnbrücke stecken

Erneut hat ein Lkw die S-Bahn-Brücke in der Reinickendorfer Klemkestraße gerammt. Der Senat stimmte erst jetzt zu, ein Warnsystem zu installieren.

Klaus Kurpjuweit

Zählen fällt bereits schwer: Nachdem am Montagabend erneut ein Lastwagenfahrer unter den nur 3,70 Meter hohen Bahnbrücken an der Klemkestraße in Reinickendorf hängen geblieben war, konnte kein Verantwortlicher sagen, zum wie vielten Mal ein solcher Unfall passiert ist. Fest steht, dass es keine andere Brücke in der Stadt gibt, an der es so häufig kracht wie an der Klemkestraße. Die Konstruktion blieb stets unversehrt; an den Fahrzeugen entstand meist hoher Schaden. Jetzt soll es ein zusätzliches Warnsystem geben.

Oberdeck eines Doppeldeckers abrasiert

Nach der ersten Unfallserie – unter anderem war einem BVG-Doppeldecker auf einer Leerfahrt das Oberdeck „abrasiert“ worden – wollte das Bezirksamt Reinickendorf schon im Sommer sogenannte Klingelbalken auf beiden Seiten des Bauwerks aufstellen – in den Maßen der niedrigsten Brücke. Stößt ein Fahrzeug gegen diesen Balken, wird der Fahrer gewarnt. Das Anbringen weiterer Schilder mit dem Durchfahrtsverbot für hohe Fahrzeuge hatte zuvor nichts gebracht.

Doch erst vor etwa zwei Wochen, nachdem am 18. September wieder ein Lastwagen hängen geblieben war, habe die Verkehrslenkung des Senats dem Aufbau der Klingelbalken zugestimmt, sagte Reinickendorfs Baustadtrat Frank Balzer (CDU) gestern. Man habe auch bereits Schilder bestellt und angefragt, welche Leitungen verlegt werden müssten. Auch die Brücke sei schon exakt vermessen worden, um den Klingelbalken mit den richtigen Maßen bauen zu können. Sie sollen auf beiden Seiten etwa 30 Meter vor dem Brückenbauwerk stehen. Die Arbeiten am Fundament könnten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sagte Balzer. Aber nur, wenn es keinen Frost gebe.

Lastwagenfahrer verlassen sich nur aufs Navi

Dass es danach keine Unfälle mehr geben wird, glaubt der Stadtrat nicht. Lastwagenfahrer verließen sich nur noch auf ihre Navigationsgeräte und diese warnten meist weder vor zu niedrigen Brücken noch vor Brücken mit einer eingeschränkten Tragfähigkeit. In Großbritannien hat man ermittelt, dass es im Jahr etwa 2000 Schäden an Brücken durch hängen gebliebene Fahrzeuge gibt, deren Fahrer sich auf ihre Navigationsgeräte verlassen haben. Trotzdem will Balzer den Klingelbalken unbedingt haben: „Mehr können wir aber nicht machen“, sagt er.

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