Unfall : Mutmaßlicher Todesfahrer vom Potsdamer Platz raste selbst in den Tod

UPDATE Der mutmaßliche Todesfahrer vom Potsdamer Platz ist tot. Ibrahim O. war seit Wochen im Visier der Ermittler. Nun ist er mit seinem Bruder Bilal am Wochenende in Mahlow auf der Flucht vor der Polizei gegen einen Baum gerast. "Eine gerechte Strafe", sagte die Witwe des getöteten Touristen vom Potsdamer Platz zu Tagesspiegel.de.

Tanja Buntrock
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Verhängnisvolle Flucht. Bei dem Unfall in Blankenfelde starb der mutmaßliche Todesfahrer vom Potsdamer Platz.Foto: Andreas Meyer

Das Rätselraten um den Todesfahrer vom Potsdamer Platz, der Mitte Oktober mit einem BMW Cabrio einen 77-jährigen Touristen aus Zwickau umgebracht hat, steht möglicherweise vor der Aufklärung. Einer der beiden in der Nacht zum Sonntag bei einem Unfall in Blankenfelde-Mahlow getöteten Männer soll auch damals am Steuer des BMW gesessen haben. Der 19-jährige Ibrahim O. ist libanesischer Herkunft und war seit Monaten im Visier der Fahnder. Laut Staatsanwaltschaft seien dessen DNS-Spuren im Unfallauto vom Potsdamer Platz gesichert worden. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Simone Herbeth, bestätigte am Montagmorgen: "Der Mann ist tatverdächtig, auch den  Wagen am Potsdamer Platz gefahren zu haben."  

Nach der Todesfahrt vom Potsdamer Platz begann das Verwirrspiel

Wie berichtet, hatte die Polizei nach dem Unfall am Potsdamer Platz den Halter des sichergestellten BMW, den einen 41-jährigen Neuköllner Heiko H., ausfindig gemacht. Aber danach begann ein Verwirrspiel: Der Hartz IV-Empfänger und Invalide Heiko H. hatte angegeben, zwar der Halter des  mehr als 100000 Euro teuren BMW zu sein, ihn in der Tatnacht allerdings nicht gefahren zu haben. Er konnte den Ermittlern glaubhaft machen, das Auto an seinen libanesischen Kumpel Murat S. (Name geändert) verliehen zu haben. Der 26-Jährige, der zu dem libanesischen Großfamilienclan O. gehört, gab wiederum an, ebenfalls zum fraglichen Tatzeitpunkt nicht mit dem BMW gefahren zu sein. Er habe sich auf einer arabischen Verlobungsfeier befunden und das Fahrzeug einem Verwandten überlassen. Dessen Name muss er aber laut Gesetz nicht nennen, weshalb es an der Polizei lag, einem Tatverdächtigen die Todesfahrt nachzuweisen. Die im BMW gefundenen DNA-Spuren und weitere Beweismittel reichten jedoch offenbar nicht aus, das 19-jährige Familienmitglied Ibrahim O. zu überführen. "Es gab deutliche Hinweise darauf, dass er der Fahrer des BMW gewesen ist, allerdings reichte es nicht für einen dringenden Tatverdacht und eine Verhaftung", sagte Justizsprecherin Herbeth.  

Die beiden Verunglückten beim Unfall in Mahlow sind Brüder und gehören zur libanesischen Großfamilie O.

Die beiden nun am Sonntag in Mahlow tödlich verunglückten jungen Araber Ibrahim und Bilal O. sind Brüder und gehören zur Großfamilie von Murat S. Laut Ermittler saß der 19-jährige Ibrahim O. bei dem tödlichen Unfall am Steuer, sein 21-jähriger Bruder auf dem Beifahreritz. Beide sind nach Tagesspiegel-Informationen vorbestraft und stehen auf der Intensivtäterliste der Staatsanwaltschaft. Sie waren in der Nacht nach einem Drogerie-Einbruch auf der Flucht vor der Polizei mit hohem Tempo gegen einen Baum geprallt. Von dem Unfallwagen, einem goldfarbenen Mercedes, blieb nur ein Haufen Schrott übrig.

"Eine gerechte Strafe", sagt die Witwe des getöteten Touristen aus Zwickau

Die Witwe des getöteten Touristen vom Potsdamer Platz hat am Montagabend davon erfahren, dass der mutmaßliche Todesfahrer am Wochenende selbst in den Tod gerast ist. Gisela K. (73), sagte dem Tagesspiegel: "Wenn ich das alles jetzt so höre, dann denke ich, dass ist wohl eine gerechte Strafe." Andererseits wäre es auch wichtig gewesen, "dass die Beteiligten vom Gericht abgeurteilt worden wären", sagt die Witwe aus Zwickau. Dass es sich bei dem mutmaßlichen BMW-Fahrer, der ihren Mann am Potsdamer Platz totgefahren hat, um einen polizeibekannten Serientäter handelt, sei "ungeheuerlich". So, wie der mutmaßliche Todesfahrer "kann man nicht mit Leuten umgehen, sie einfach totfahren und sich dann der Verantwortung nicht stellen", sagt Gisela K.

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