Update

Unglück in Niederschöneweide : Fünfjähriger fast in der Spree ertrunken

Ein Fünfjähriger ist am Montagabend in Niederschöneweide fast ertrunken. Passanten retteten ihn aus der Spree. Das Kind schwebt in Lebensgefahr. Nun ermittelt die Polizei gegen die Mutter.

von

Ein fünfjähriger Junge schwebt derzeit in Lebensgefahr, nachdem er am Montagabend in die Spree gefallen und fast ertrunken war. Wie das geschehen konnte, ist noch unklar. Passanten retteten das Kind. Nun steht die Mutter des Kindes im Visier der Ermittlungen der Polizei.
Das Unglück geschah gegen 18.15 Uhr in Niederschöneweide. Nach eigenen Aussagen unterhielt sich die 26-jährige Mutter an der Uferpromenade der Hainstraße mit einem Bekannten, als sie plötzlich bemerkte, dass ihr Sohn weg ist. Ein Zeuge habe dann ihre lauten Rufe gehört und ihr geholfen, nach dem Jungen zu suchen. Gemeinsam habe man dann den mittlerweile leblos im Wasser treibenden Fünfjährigen entdeckt. Der 46-jährige Zeuge sprang laut Polizei sofort in die Spree und zog das Kind ans Ufer. Eine 24-jährige Passantin und ein 30-Jähriger kamen hinzu und reanimierten den Jungen, bis die Rettungskräfte eintrafen und das Kind in eine Klinik brachten.
Die Fachermittler des Kommissariats für Kindesvernachlässigung- und Verwahrlosung haben den Fall übernommen, da geklärt werden muss, ob die Mutter ihre Fürsorgepflicht verletzt hat. Nach Tagesspiegel-Informationen gibt es offenbar Zweifel an den Aussagen der Mutter. So stellen sich die Ermittler unter anderem die Frage, was die Mutter zur Abendzeit, als es bereits dunkel war, am Ufer der Hainstraße mit ihrem Sohn wollte. Sie soll nicht in der Nähe wohnen. Ungeklärt ist auch, wer der Bekannte ist, mit dem sich die Mutter unterhielt, und wo er blieb, nachdem aufgefallen war, dass das Kind fehlte.

Kinderärzte warnen davor, dass Kleinkinder selbst in niedrigem Wasser ertrinken können. Manchmal reiche schon eine wenige Zentimeter tiefe Pfütze. Ursache dafür ist, dass der Körperschwerpunkt bei Kindern, anders als bei Erwachsenen, nicht auf Höhe des Nabels, sondern im Brustbereich liegt. Zudem kann die untrainierte Nackenmuskulatur eines Kindes den im Verhältnis großen, schweren Kopf kaum aus dem Wasser heben.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben