Untreue-Vorwürfe : Urteil im Tempodrom-Prozess erwartet

Im Prozess gegen Irene Moessinger, die frühere Chefin des Tempodroms, und ihren damaligen Partner Norbert Waehl könnte noch diese Woche das Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, sich unrechtmäßig bereichert und Gelder veruntreut zu haben.

Moessinger
Auf dem Weg in das Berliner Landgericht: Irene Moessinger mit Anwalt. -Foto: ddp

Berlin Nach Angaben einer Justizsprecherin ist bereits am kommenden Freitag (18. Januar) mit den Plädoyers und einer Entscheidung der Wirtschaftskammer zu rechen. Zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche hatten die Angeklagten die Untreue-Vorwürfe in einer gemeinsamen Erklärung ihrer Anwälte als "lebensfremd" zurückgewiesen.

Ihnen wird vorgeworfen, sich entgegen den Vorgaben des Stiftungsrates im Jahr 2001 unangemessen hohe Gehälter gezahlt zu haben. 42.000 Euro sollen die Angeklagten jeweils zu viel kassiert haben. Daneben sollen Rechnungen über 17.300 Euro von der Stiftung "Neues Tempodrom" beglichen worden sein, obwohl die Betreibergesellschaften von den Leistungen profitierten. Den Anwälten zufolge handelt es sich bei den überhöhten Gehältern um Nachzahlungen für Jahre, in denen die Angeklagten keine Vergütung erhielten.

Ein Rechtsanwalt, der der Stiftung "Neues Tempodrom" und damit den Angeklagten beratend zur Seite stand, bestätigte heute, dass Moessinger und Waehl "schon mehrere Jahre kein Geld bekommen hatten", als der Stiftungsrat 1999 ihre Vergütungen festschrieb. "Das geht doch nicht, dass ein Vorstand arbeitet, ohne Geld zu bekommen, und dabei seine ganze Energie und sein Vermögen hineinsteckt", betonte der Zeuge. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. (küs/ddp)

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