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Unweit des Berliner Hauptbahnhofs : Polizei rettet Schwan von S-Bahn-Gleisen

Ein Regionalbahnfahrer konnte gerade noch bremsen. Die Bundespolizei holte das Tier von den Schienen und brachte es zur Spree zurück.

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Da schwante der Polizei was. Mit Tieren, hier im Oktober am Hauptbahnhof, kennen sich die Beamten gut aus.
Da schwante der Polizei was. Mit Tieren, hier im Oktober am Hauptbahnhof, kennen sich die Beamten gut aus.Foto: Bundespolizei

Zwischen Hauptbahnhof und Bellevue hat sich Freitagfrüh ein Schwan auf die Gleise der Berliner S-Bahn verirrt. Bemerkt hatte das Tier der Fahrer einer Regionalbahn kurz vor acht Uhr morgens, als ihm der Schwan vor den Zug lief. Er konnte noch rechtzeitig bremsen. Die Stadtbahn musste für etwa 15 Minuten zwischen Zoo und Friedrichsstraße unterbrochen werden, betroffen waren die S5, die S7 und die S75. Beamte stiegen am Hauptbahnhof auf das Gleisbett und retteten das Tier.

Im ländlichen Bereich komme es häufiger zu solchen Einsätzen, "in Berlin ist so ein Schwan im Gleisbett allerdings eine Kuriosität", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Polizisten ließen das Tier am Spreeufer frei. "Der Schwan ist dann ins Wasser gehopst und weiter geschwommen", heißt es bei der Bundespolizei.

Wie man einen Schwan fängt

Der Schwan wäre nicht von selbst aus dem Gleisbett gekommen, sagt Heike Bremer von der Bundespolizei. Auf dem Schotterbett bekam er nicht genug Geschwindigkeit und er sei immer wieder mit den Flügeln an Hindernissen angestoßen. Ganz so einfach ist es aber auch nicht, einen Schwan einzufangen. Die Tiere sind für ihre Aggressivität bekannt.

"Die Polizistin vor Ort hat ihn von hinten gepackt und auf seine Flügel gedrückt. Sie hat aus der Kindheit Erfahrung im Umgang Tieren", sagt Bremer. Man solle das Tier dann vom Körper weg halten und leicht nach hinten kippen. "Die Tiere können den Kopf nicht nach hinten überstrecken, also können sie einen dann auch nicht mit dem Schnabel verletzen", erklärt Bremer.

Speziell ausgebildet seien die Beamten für so etwas nicht. Sollte es zu gefährlich werden, alarmieren die Beamten den Tierfang. "Wenn wir es mit Hunden zu tun haben, schicken wir zuerst noch unsere Hundeführer. Die haben ein Gefühl dafür", sagt Bremer. Für den Schwan wurde allerdings keine spezielle Verstärkung gerufen. Auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Bellevue herrschte starker Berufsverkehr, die Beamten hätten versucht das zügig selbst zu regeln, meint Bremer.

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