Urteil : Angeblicher Nachbar zockt Rentner ab

Er hat mehr als 36.000 Euro von gutgläubigen Rentnern erbeutet: Mit einer Erfolgsquote von fast 100 Prozent konnte ein 69-Jähriger mit immer der gleichen Geschichte zwei Jahre lang von Haus zu Haus ziehen und abkassieren.

BerlinNach einer Serie von Trickbetrügereien ist ein Rentner am Donnerstag vom Berliner Landgericht wegen Betrugs und Diebstahls in über 70 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der 69-Jährige wurde schuldig gesprochen, von November 2006 bis Mai 2008 in Berlin eine Vielzahl gutgläubiger älterer Menschen um rund 36.600 Euro geprellt zu haben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte über Jahre mit ein und derselben Masche das Vertrauen der Opfer erschlichen hatte. Der einstige Kraftfahrer eines Bankenvorstands stellte sich ihnen als neuer Nachbar vor, der kurzfristig Geld für die Anlieferung eines Kühlschranks oder einer Waschmaschine benötige, weil seine Frau nicht zu Hause sei.

"Die Erfolgsquote lag beinahe bei 100 Prozent", sagte der Rentner im Prozess. Er entschuldigte sich bei all seinen Opfern und versprach, "es wieder gutzumachen". Als Motiv hatte er hohe Schulden genannt, die ihm durchs Spielen oder die Anmietung von Leihwagen entstanden waren.

Die Geschädigten hatten dem seriös wirkenden Rentner bis zu 600 Euro geborgt oder zum Geldabheben sogar ihre EC-Karte samt Geheimnummer gegeben. Mit der Karte hob er dann jeweils 2000 Euro ab und bezahlte damit Einkäufe in einem Einrichtungshaus. Mehrere Tausend Euro entwendete er zudem unbemerkt aus Briefumschlägen und Börsen, aus denen die Leute zuvor das Geld genommen hatten, während sie ihm auf Wunsch ein Glas Wasser holten. Eine Rentnerin war auf diese Weise um 6100 Euro geprellt worden. (saw/ddp)

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