Urteil : Arzt zündete eigene Praxis an

Es hatte ein "Ende mit Flammen" werden sollen: Ein Kieferchirurg aus Zehlendorf vergoss 50 Liter Benzin in seiner Praxis und zündete es an. Jetzt verurteilte das Landgericht den Verzweifelten zu einer Haftstrafe.

Wegen versuchter Brandstiftung in seiner Praxis sowie Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion hat das Landgericht Berlin am Freitag einen Kieferchirurgen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 60-jährige Arzt wurde schuldig gesprochen, im Juni dieses Jahres in den Räumen seiner im Forum Zehlendorf gelegenen Praxis 50 Liter Benzin vergossen und angezündet zu haben.

Durch die große Hitze kam es dabei zu einer Explosion, durch die zwei Praxisfenster, die Einganstür und zwei gegenüberliegende Fahrstuhltüren aus der Halterung gerissen sowie Wände zerstört wurden. Der Schaden wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt.

Dem Gericht zufolge war die Tat der "Ausdruck verzweifelter Wut, des schwer in seiner Ehre gekränkten und narzisstisch veranlagten Angeklagten“. Die Kammer ging zudem von einer Selbstmordabsicht des Arztes bei der Brandlegung aus. Im Prozess hatte der 60-Jährige die Brandstiftung gestanden.

Nach Aussagen des Facharztes für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hatte er zum 1. Juli seine Praxis aufgeben müssen, weil der Mietvertrag abgelaufen war. Er hatte den Vertrag gekündigt, weil ihm die Miete zu hoch war. Der Nachfolger, der die Praxis übernehmen wollte, war jedoch von Kaufvertrag zurückgetreten. Im Prozess gab der Angeklagte an, er habe es nicht ausgehalten, alles aufgeben zu müssen. Er habe allem ein "Ende durch Flammen" bereiten wollen. (ho/ddp)

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