Urteil : Bewährungsstrafe nach Kindesmisshandlung

Wegen Misshandlung seines Sohnes ist am Mittwoch ein 36-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Tiergarten zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Kind war zum Tatzeitpunkt sechs Monate alt.

Ein Vater wurde schuldig gesprochen, im Mai und Juni 2008 sein damals sechs Monate altes Kind in der Charlottenburger Wohnung grob misshandelt und dadurch erheblich verletzt zu haben. Der Säugling hatte einen Oberschenkelbruch und Schwellungen an der Hüfte erlitten.

Der Angeklagte hatte im Prozess geäußert, beim Rumtoben auf dem Bett „zu weit gegangen zu sein“. Er sprach von einem Unfall. Das Gericht hatte keinen Zweifel, dass der Vater in „grob fahrlässiger Weise“ die Verletzungen verursacht hatte. Diese seien aber nicht „durch normales Spielen“ entstanden, sondern könnten nur durch „erhebliche Gewalteinwirkung hervorgerufen werden“, hieß es im Urteil.

Der Junge hatte aufgrund der Beschwerden einen Tag lang jegliche Nahrungsaufnahme verweigert und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Bei der Untersuchung wurde der Bruch dann festgestellt. Der Säugling wurde daraufhin vom Jugendamt kurzzeitig aus der Familie herausgenommen. Das inzwischen zweieinhalbjährige Kind lebt nach der Trennung der Eltern heute bei seiner Mutter. ddp

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