Urteil : Drogendealer während Ohnmacht ausgeraubt

Weil sie nach Ansicht des Berliner Landgerichtes die "hilflose Situation" ihres Opfers ausgenutzt haben, wurden zwei Geschwister und deren Freundin am Montag wegen Diebstahls zu Haftstrafen von fünf bis acht Monaten verurteilt.

BERLIN. Die vorbestraften Angeklagten im Alter von 23 bis 26 Jahren hatten ihrem Opfer im November vorigen Jahres Ausweise, Wohnungsschlüssel und ein Handy gestohlen, während es ohnmächtig war. Bei dem Bestohlenen handelt es sich um einen 35-Jährigen Drogendealer.

Der 35-Jährige war nach einem gemeinsamen Rauschmittelkonsum mit den Angeklagten ohnmächtig geworden. Der Vorwurf, die Angeklagten hätten ihn vorsätzlich betäubt und ausgeraubt, konnte allerdings nicht bewiesen werden. Da die Aussage des methadonabhängigen Opfers zu widersprüchlich sei, glaubte das Gericht den Angeklagten. Diese sagten aus, dass der 35-Jährige, der vorher auch Heroin genommen habe, trotz "Warnung darauf bestanden" habe, die Droge einzunehmen. Dabei handelte es sich um ein in Saft verdünntes Reinigungsmittel, dessen Wirkung vergleichbar mit Ecstasy ist.

Durch die Droge waren sowohl das Opfer als auch die Angeklagten ohnmächtig geworden. Als die Beschuldigten erwachten, hätten sie aber ausgenutzt, dass der 35-Jährige immer noch geschlafen habe und ihn bestohlen, hieß es. Bei der nach Ansicht des Berliner Landgerichts spontanen Tat seien die zum Teil rauschgiftabhängigen und vorbestraften Angeklagten vermindert schuldfähig gewesen. (kda/ddp)

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