Urteil : Geständiger Autobrandstifter bekam Bewährung

Gleich Zwei Mal hatte ein 28-Jähriger im vergangenen Jahr versucht, in Kreuzberg Autos anzuzünden. Das Motiv der Taten blieb unklar.

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Der Autobrandstifter wollte einen VW Golf in Brand setzen, als die Handschellen klickten: Thomas K. wurde am 10. September letzten Jahres auf frischer Tat ertappt. Nach knapp sechs Monaten Untersuchungshaft zeigte sich der 28-jährige Kreuzberger am Dienstag vor dem Landgericht geständig. Er hatte bereits zwei Monate vor seiner Festnahme ein Fahrzeug angezündet. Dabei war ein benachbarter Nissan in Flammen geraten und ausgebrannt. Von einem Sachschaden in Höhe von insgesamt 14 300 Euro ging die Anklage aus.

Die Anschläge ereigneten sich quasi vor der Haustür des Angeklagten. Warum er jeweils in den frühen Morgenstunden zündelte, wollte Thomas K. nicht weiter erklären. Sein Verteidiger verlas ein knappes Geständnis. K. sei bei beiden Taten stark angetrunken gewesen, hieß es. Unter der „Einsamkeit der Inhaftierung“ habe er sehr gelitten und wolle künftig ein straffreies Leben führen. Als Thomas K. zum Autozündler wurde, war er für die Justiz ein völlig unbeschriebenes Blatt.

Sein Motiv aber blieb offen. Anhaltspunkte dafür, dass es im politischen Bereich liegen könnte, gab es nicht. Ermittler rechneten Thomas K. nicht zur linksextremen Szene, auf deren Konto hunderte Brandanschläge auf Autos gehen. Das Geständnis führte zu einem kurzen Prozess: Ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung verhängte das Landgericht. Zudem wurde er einem Bewährungshelfer unterstellt. „Es ist kein Spaßdelikt, in Großstädten Feuer an Autos zu legen“, sagte die Richterin. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

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