Urteil in Berliner Missbrauchsprozess : Feuerwehrmann muss fast fünf Jahre in Haft

Er suchte "preiswerten Sex" übers Internet: Wegen Missbrauchs in 15 Fällen, der Vergewaltigung einer Schülerin sowie schweren Menschenhandels ist ein 50-jähriger Feuerwehrmann aus Berlin zu vier Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Aus dem Helfer wurde ein Sexualtäter, der es auf Mädchen im Teenager-Alter abgesehen hatte. Feuerwehrmann Jürgen H. muss nun für vier Jahre und neun Monate hinter Gitter, entschied das Landgericht am Mittwoch. "Es gibt 13 Geschädigte im Alter von 13 bis 17 Jahren und 27 Taten", hieß es im Urteil. Der 50-Jährige habe ab 2013 über das Internet gezielt den Kontakt zu Jugendlichen gesucht und Geld für Sex geboten. Elf Mädchen wurden Opfer sexueller Übergriffe des Beamten. Zudem wollte er einen Escort-Service mit Teenagern betreiben – er sah das als "Möglichkeit für preiswerten Sex". Das Strafmaß entspricht annähernd der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für fünf Jahre Gefängnis plädiert hatte.

Jürgen H. wurde des Missbrauchs in 15 Fällen, der Vergewaltigung einer 15 Jahre alten Schülerin sowie des schweren Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung schuldig gesprochen. Er sei kein klassischer Triebtäter, sagte der Vorsitzende Richter. Seine Gefährlichkeit bestehe darin, "dass er in der Lage ist, andere für sich einzunehmen und auszunutzen". Die Mädchen hätten zum Teil bereits unter erheblichen psychischen Problemen gelitten. "Sie sind zu leicht verführbaren Opfern geworden."

Der suspendierte Beamte aus Tegel, Vater einer Tochter, war nach der Anzeige der Mutter einer 13-Jährigen verhaftet worden. H. gestand und nannte als Auslöser der Taten seine Ehekrise. Er habe "Ablenkung" gesucht. Warum er sich zu Teenagern hingezogen fühlte, wolle er in einer Therapie aufarbeiten. Die Richter berücksichtigten das Geständnis als strafmildernd: "Den Geschädigten blieb eine Aussage im Prozess erspart." Wird das Urteil rechtskräftig, verliert Jürgen H. seinen Beamtenstatus.

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