Urteil : Justizirrtum: Frau saß zu Unrecht in Haft

888 Tage saß eine frühere Arzthelferin aus Neukölln zu Unrecht hinter Gittern. Das Berliner Landgericht sprach sie nun vom Vorwurf des Mordes frei.

Das Landgericht Berlin hat im Wiederholungsprozess die frühere Arzthelferin Monika de M. vom Vorwurf des Mordes an ihrem Vater durch Brandstiftung freigesprochen. Die heute 52-Jährige war in einem ersten Verfahren im Januar 2005 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht hob das frühere Urteil auf.

Die Richter folgten diesmal einer Brandexpertin des Bundeskriminalamtes, wonach es keine Spuren für eine Brandstiftung mit Brennspiritus gab und das Feuer im Bett des Vaters durch eine brennende Zigarette auslöst wurde.

Die Frau war angeklagt, im September 2003 das Haus ihres Vaters in Neukölln mit Brennspiritus in Brand gesteckt zu haben, um mit dem Geld der Hausratsversicherung ein neues Leben beginnen zu können. Der 76-jährige schwer kranke Rentner war im Schlaf in den Flammen umgekommen. Zur Auszahlung der Versicherungssumme über 220000 Euro kam es nicht. (th/ddp)

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