Urteil : Kindesmisshandlung - Haftstrafe für Mutter

Drei Jahre nach der Misshandlung ihres Säuglings hat das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag eine 28-jährige Frau zu zwei Jahren Haft verurteilt. Einsicht zeigte sie nicht, auch ihr zweites Kind behandelte sie schlecht.

BerlinDas Gericht sah es als erwiesen an, dass die Küchenhilfe im Juni 2005 ihren damals zweieinhalb Wochen alten Sohn heftig geschüttelt und geschlagen hatte, weil er geweint hatte. Erst am nächsten Morgen brachte sie das Baby zum Arzt. Der Säugling wies Hämatome auf und hatte ein Schütteltrauma erlitten. Der dreijährige Junge lebt mittlerweile bei Pflegeeltern.

Auch für ihr zweites Kind, das heute ein Jahr alt ist, wurde der Angeklagten das Sorgerecht entzogen, weil sie es gebissen hatte. Der Frau fehle es an Einsicht, stellte der Richter fest. "Sie scheint nichts gelernt zu haben." Er lehnte daher eine Strafaussetzung zur Bewährung ab. Der Prozess ließ offen, warum die Mutter die Kontrolle über sich verloren hatte und wie es zur Misshandlung des Kindes gekommen war.

Sie glaube von sich selbst, mit Kindern gut umgehen zu können, sagte die Angeklagte. Sie sei gegen zwei Uhr nachts aufgewacht und habe ihrem Sohn die Flasche bringen wollen. "Kann möglich sein, dass ich ihn geschüttelt habe, um zu beruhigen", sagte die Frau. Sie sei im Halbschlaf gewesen und wisse es nicht genau. (imo/ddp)

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