Urteil : Mehr als neun Jahre Haft für "Badewannenmord"

Über zwei Jahre nach dem Tod einer 67-jährigen Frau in Reinickendorf hat das Landgericht einen Nachbarn wegen Mordes zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Mann hatte die Rentnerin in einer Badewanne ertränkt.

BerlinDas vergleichsweise geringe Strafmaß für Mord begründete das Gericht mit der erheblich verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten. Dem Urteil zufolge leidet der 47-Jährige unter einer schweren Persönlichkeitsstörung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juni 2005 seine Nachbarin aus einem "nichtigen Anlass" in der Badewanne ertränkte. Der 47-Jährige hatte im betrunkenen Zustand die Tat gestanden, aber später sein Geständnis widerrufen. Das Gericht war jedoch von der Schuld des Angeklagten überzeugt, weil er über Täterwissen verfüge. Er sei der einzige, der von den zwei Flaschen Alkohol gewusst habe, die am Tatort gefunden wurden. Der Mann habe die Flaschen dort selbst deponiert, um einen Unfalltod vorzutäuschen, hieß es.

Zudem entspreche es der "besonderen Persönlichkeit" des Angeklagten, dass er sich in ein "Unrechtsszenario" hineingesteigert habe. Laut Gericht war der Lebenspartner des Angeklagten mit seinem Wagen gegen die Stoßstange des Autos der 67-Jährigen gefahren und sollte die Reparatur bezahlen. Der Angeklagte habe es nicht verstanden, warum die wohlhabende Frau, die "wie eine Mutter für ihn war", Geld für den Bagatellschaden verlangt habe. (mit ddp)

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