Urteil : Neun Jahre Haft für Mord an Freundin

Wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin ist ein 33-jähriger Mann zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der geständige Mann war bei der Tat erheblich betrunken.

Das Landgericht Berlin sprach den arbeitslosen Fleischer schuldig, im Mai dieses Jahres seiner 29-jährigen Freundin in ihrer Lichtenberger Wohnung die Kehle durchgeschnitten zu haben.
Es sei ein „gänzlich überraschender Angriff“ für das Opfer gewesen, hieß es in dem am Freitag verkündeten Urteil. Dem Gericht zufolge hatte der Mann der im Bett liegenden Frau von hinten das Messer an den Hals gesetzt. „Es war ein sauberer Schnitt“, sagte der Richter im Urteil.

Als strafmildernd wurde gewertet, dass der geständige Angeklagte mit 2,5 Promille erheblich alkoholisiert und daher in seiner Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt war. Daher wurde gegen den 33-Jährigen keine lebenslange, sondern nur eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe verhängt.

Das Motiv für die Tat konnte im Prozess nicht geklärt werden. Das Gericht äußerte die Vermutung, dass im Vorfeld „möglicherweise“ ein Streit über das „Gerücht“ entbrannt war, dass die Frau fremdgegangen sein soll. Das Gericht ging zugunsten des Angeklagten davon aus, dass er sich spontan zu der Tat entschlossen hatte. Außerdem habe er danach versucht, mit „vielen Mitteln“ die Tat ungeschehen zu machen, hieß es. So hatte er versucht, die Schnittwunde mit einem Klebeband zu schließen sowie Polizei und Feuerwehr alarmiert. Doch der Notarzt konnte die Mutter eines neunjährigen Jungen nicht mehr retten. Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte für eine Strafe wegen Totschlags
plädiert.

(dapd)

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