Urteil : Rentner tödlich verbrüht - Bewährungsstrafe

Weil er einen Pflegebedürftigen verbrühte, so dass dieser seinen Verletzungen erlag, hat das Landgericht Tiergarten einen Altenpfleger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Angeklagte erschien nicht vor Gericht.

BerlinWegen fahrlässiger Tötung eines Pflegedürftigen hat das Amtsgericht Tiergarten einen Altenpfleger in Abwesenheit zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Außerdem muss der 35-Jährige 1200 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Altenpfleger den Tod eines 79-Jährigen im Juni 2006 verschuldet hatte, indem er ihn zu heiß badete. Der Rentner erlitt Verbrennungen zweiten Grades und erlag später seinen Verletzungen.

Der 35-Jährige war Angestellter eines Seniorenheims in Friedrichshain. Laut Anklage hatte er vor dem Bad die Temperaturhöchstsicherung außer Funktion gesetzt und es unterlassen, die Temperatur noch einmal mit der Hand zu kontrollieren. Das durch einen Schlaganfall beeinträchtigte Opfer konnte nicht darauf aufmerksam machen, dass das Wasser zu heiß war. 40 Prozent der Hautoberfläche wurden verbrannt.

Weil der Angeklagte vor Gericht nicht erschienen war, wurde auf Antrag der Staatsanwältin der Prozess in ein sogenanntes Strafbefehlsverfahren übergeleitet und der Altenpfleger in Abwesenheit verurteilt. (stb/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar