Urteil : Zigarettenschmuggler müssen hinter Gitter

Weil sie von Juni bis Dezember 2008 einen schwunghaften Handel mit geschmuggelten Zigaretten betrieben haben, wurden am Mittwoch zwei Männer zu je drei Jahren Haft verurteilt. Dem Fiskus entgingen durch den Schmuggel rund zwei Millionen Euro.

BerlinDas Landgericht Berlin hat am Mittwoch zwei Zigarettenhändler wegen Steuerhinterziehung sowie Steuerhehlerei in Millionenhöhe verurteilt. Die Männer im Alter von 28 und 38 Jahren erhielten Haftstrafen von jeweils drei Jahren. Ein 31-jähriger Kurierfahrer, der nur an zwei von 25 Schmuggeltouren beteiligt war, bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Das Verfahren gegen einen 35-jährigen mutmaßlichen Hauptverdächtigen wurde abgetrennt, weil er die Aussage verweigerte.

Bei den Verurteilten handelt es sich um einen deutschen Zwischenhändler und zwei polnische Lieferanten. Sie wurden schuldig gesprochen, von Juni bis Dezember 2008 in unterschiedlicher Beteiligung mit unversteuerten Zigaretten Handel getrieben zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass rund 12,5 Millionen Zigaretten von den beiden Polen und deren 35-jährigen Landsmann eingeschmuggelt, in Oranienburg von dem Zwischenhändler entgegengenommen und dann weiterverkauft wurden. Die Zigaretten kamen aus der Ukraine und wurden über Polen verteilt. Der Steuerschaden beträgt rund zwei Millionen Euro.

Angeklagte waren umfassend geständig

Im Prozess hatten die drei Männer über ihre Anwälte Geständnisse abgelegt. Darin nannten sie finanzielle Probleme als Motiv. Der Zwischenhändler gab zu, wegen seiner Schulden sei er "der Verlockung des schnell verdienten Geldes erlegen".

Der Anklage nach waren der 28-jährige Angeklagte und der 35-Jährige "gleichberechtigte Partner", die von Polen aus die Schmuggelfahrten organisiert hatten. Auch das Gericht sah in dem 28-Jährigen "einen der Haupttäter". Der Prozess gegen den Älteren wird am Freitag fortgesetzt. (am/ddp)

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