Urteil : Zuhälter einer 17-Jährigen zu Haftstrafe verurteilt

Wegen Zuhälterei und versuchter räuberischer Erpressung hat das Landgericht Berlin am Mittwoch einen 28-Jährigen zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er wurde schuldig gesprochen, im Sommer 2005 eine damals 17-Jährige dazu gebracht zu haben, auf den Schöneberger Straßenstrich zu gehen.

Die Frau war lange Zeit seine Lebensgefährtin. Der Prozess ergab, dass die Ausbeutung der Frau zwei Jahre dauerte, während denen der Angeklagte im Gefängnis saß. Ein jüngerer Bruder hatte sich daher in der Zeit um die Angelegenheit gekümmert.

Für das Gericht stand fest, dass die Lebensgefährtin einen Großteil ihrer damaliger Einnahmen an den Angeklagten abzugeben hatte. Zudem ließ er die Frau im März 2009 von zwei jüngeren Brüdern in eine Neuköllner Wohnung entführen und dort einsperren, weil sie nicht mehr für ihn anschaffen zu gehen wollte. Er habe seine Einkommensquelle nicht verlieren wollen, sagte der Staatsanwalt. Das Gericht folgt mit dem Urteil im Wesentlichen seinem Antrag.

Im Prozess war der 28-Jährige, der erheblich vorbestraft ist, geständig. So war er im Januar 2005 wegen Drogenhandels zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Verfahren gegen zwei ursprünglich mitangeklagte jüngere Brüder war zu Prozessbeginn abgetrennt worden. (ddp)

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