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Verfolgungsjagd in Berlin-Lichterfelde : Motorradfahrer rast vor Polizei davon

Quer durch Berlin-Lichterfelde ist in der Nacht zu Mittwoch ein Motorradfahrer vor der Polizei geflohen. Dabei soll er mit weit über 100 km/h unterwegs gewesen sein. Er konnte nach einem Unfall zu Fuß entkommen.

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Er hatte etwas zu verbergen. Als der Motorradfahrer merkte, dass die Polizei ihm folgte, raste er mit mehr als 100 km/h vor den Beamten davon. Die „wilde“ Verfolgungsjagd quer durch Lichterfelde endete mit einem Sturz des Motorradfahrers, der am Ende aber zu Fuß entkam.
Der Besatzung einer Funkstreife war der Fahrer gegen 0.20 Uhr aufgefallen, weil er sich ständig nervös umgeschaut haben soll, als er auf der Straße Unter den Eichen unterwegs war. Als er den Polizeiwagen hinter sich bemerkte, gab er Gas. Die Beamten wollten ihn überprüfen, doch er ignorierte die Anhaltesignale und beschleunigte dabei auf weit höher als Tempo 100.

Rote Ampeln interessierten ihn nicht. Die Flucht führte über Schloßstraße, den Hindenburgdamm, die Moltkestraße, den Augustaplatz und die Drakestraße, wo die Beamten ihn schließlich aus den Augen verloren. Mittlerweile hatten sie über eine Kennzeichenabfrage herausbekommen, dass die Maschine – eine Aprillia – als gestohlen gemeldet war. An der Habelschwerdter Allee stürzte der Motorradfahrer, die Polizei fand später nur noch Helm und Handschuhe dort. Eine Zeugin berichtete, dass sie einen Schatten gesehen habe, der sich den Arm hielt und über einen Zaun in der Altensteinstraße gestiegen war. Nach dem Mann wird weiterhin gesucht.
Für Polizisten bedeuten solche Einsätze nicht nur purer Stress, sondern auch das Risiko abzuwägen. Denn „Leib und Leben von Menschen stehe an erster Stelleund sei wichtiger als die Verfolgung, hieß es bei der Polizei. „Wir werden nicht auf Teufel komm raus einem Raser hinterherfahren“, schildert ein Polizeisprecher. Die Gefahr, dass dabei jemand zu Tode kommt sei zu groß. Außerdem wolle sich die Polizei auch nicht dem Vorwurf aussetzen, sie habe am Ende einen Raser in den Tod getrieben, weil sie hinter ihm her war. „Natürlich verfolgen wir Flüchtige, aber es zählt immer die Verhältnismäßigkeit.“
Wenn die Polizei „mit Eile“, wie es im Fachjargon heißt, unterwegs ist – also mit Blaulicht und Martinshorn – muss sie sich zwar nicht an ein Tempolimit halten, darf aber auch nicht einfach bei Rot über Kreuzungen brettern. Stattdessen müsse abgebremst und geschaut werden. Üben können Beamte das alles beim Fahrsicherheitstraining der Polizei – damit die nächste Verfolgung nicht zu wild wird.

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