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Verhafteter Feuerwehrmann in Berlin : Verdacht auf vier weitere Mädchen im Escort-Service

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der gestern festgenommene 49-Jährige vier weitere Jugendliche zum Sex vermittelt hat. Am Donnerstag war noch die Rede von drei Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren, mit denen er sexuellen Kontakt gehabt und eine Art Escort-Service betrieben haben soll.

Bodo Straub
"Delikte am Menschen" ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) in der Keithstraße (Symbolfoto).
"Delikte am Menschen" ermittelt das Landeskriminalamt (LKA) in der Keithstraße (Symbolfoto).Foto: dpa

Der Fall um den am Donnerstagmorgen verhafteten Feuerwehrmann aus Berlin-Reinickendorf weitet sich womöglich aus. Wie Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dem Tagesspiegel mitteilte, gebe es Hinweise, dass der Mann Kontakt zu vier weiteren minderjährigen Mädchen gehabt habe. Ob dieser Kontakt auch mit diesen Mädchen sexuell war und ob er sie an weitere Männer vermittelt hat, prüft die Staatsanwaltschaft.

Das Landeskriminalamt hat den 49-Jährigen am Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben sexuellem Missbrauch von Jugendlichen Menschenhandel, Zuhälterei und die Förderung der Prostitution Minderjähriger vor. Martin Steltner erklärte zunächst, dass der Mann seit vergangenem Jahr mit mindestens drei Mädchen im Alter von 13, 15 und 16 Jahren in Kontakt gewesen sein soll.

Zumindest mit der 16-Jährigen habe der Mann mutmaßlich auch sexuellen Kontakt gehabt und sie wie in einem Escort-Service an andere Männer vermittelt. Dabei soll er sie persönlich zu den Männern gebracht, wieder abgeholt und bezahlt haben. Bei den anderen Mädchen sei das noch nicht zu bestätigen, der Mann soll es aber zumindest versucht haben, sagte Steltner. Schon am Donnerstag ging die Staatsanwaltschaft von weiteren Fällen aus, in denen die Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren alt waren.

Kinderprostitution meist "hochmanipulativ"

Den Kontakt soll der Mann unter anderem über Kleinanzeigen aufgenommen haben, in denen die Mädchen nach Aushilfsjobs suchten. Weitere Einzelheiten nannte Steltner mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Am Donnerstagmorgen gab es Durchsuchungen an der Privatadresse und dem Arbeitsplatz in Reinickendorf, Kreuzberg und Zehlendorf. Am Nachmittag wurde er dem Haftrichter vorgeführt und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Bei der Feuerwehr reagierte man entsetzt. Der Mann sei mit sofortiger Wirkung suspendiert worden, sagte ein Sprecher.

Täter gingen in Fällen von Kinderprostitution meist „hochmanipulativ“ vor, sagte Simone Bauer von der Beratungsstelle Dunkelziffer. Sie nutzten Versprechungen und Geschenke und zeigten oft viel Verständnis für die Bedürfnisse der Jugendlichen. Betroffene sollten sich möglichst schnell an Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen wenden.

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