Verkehr : Autofahrer nach Unfalltod freigesprochen

Im September 2006 überfuhr ein Autofahrer einen sechsjährigen Jungen, der an den Folgen seiner Verletzungen starb. Am Dienstag wurde der Mann vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

BerlinEin Autofahrer wurde am Dienstag vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. In einem Prozess wegen des Unfalltodes eines Sechsjährigen im September 2006 befand das Amtsgericht Tiergarten der Angeklagte hätte sich nicht sorgfaltswidrig verhalten. Dem 53-Jährigen war vorgeworfen worden, den Jungen zwar an einer Fußgängerampel in Charlottenburg bemerkt, sich aber nicht auf mögliche Fehler des Kindes eingestellt zu haben.

Doch aus Sicht des Gerichts war der Unfall unvermeidbar gewesen. Der Junge war mit seinem gleichaltrigen Freund unterwegs zum Ballspielen in den Park, als es bei Rot auf die Kantstraße lief und vom Auto des Angeklagten erfasst wurde. Kurze Zeit später starb der Junge im Krankenhaus an den Folgen der Verletzungen.

Der Autofahrer ist nach Angaben des Gerichts mit einer Geschwindigkeit von 45 bis 50 Stundenkilometer gefahren und hat sofort reagiert, als er den Jungen hinter einem Straßengitter entdeckte. Laut Gutachter betrug die Reaktionszeit des Fahrers nur eine Sekunde – ein Kriterium für die Unvermeidbarkeit des Unfalls. Den Angeklagten selbst tröstet das wenig. Es tue ihm furchtbar leid, auch wenn er keine Möglichkeit gehabt habe, sich auf den Jungen einzustellen,sagte er vor Gericht. Als er den Jungen nach dem Aufprall auf der Straße sah, habe er selbst einen Schock erlitten. (jg/ ddp)

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