Verletztes Postgeheimnis : Paketbote fing Smartphones ab

Da konnten die Kunden lange warten: Ein Paketbote fing insgesamt 29 Sendungen ab, in denen sich die Smartphones von Apple und Samsung befanden. Der 39-Jährige verursachte einen Schaden von rund 20 000 Euro.

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Kunden warteten vergeblich auf ihre hochwertigen Mobiltelefone: Ein Paketbote hatte 29 Sendungen abgefangen, in denen sich Smartphones von Apple oder Samsung befanden. Von Dezember 2011 bis zum Juni 2012 verursachte der 39-Jährige einen Schaden von rund 20 000 Euro. Kleinlaut saß Kraftfahrer Thorsten S. am Dienstag vor einer Amtsrichterin. „Die Anklage trifft zu“, gestand er pauschal über seinen Verteidiger.

Der Bote wurde für eine afrikanische Bande aktiv, sind die Ermittler überzeugt. Er war von den Hintermännern Ende 2011 angesprochen worden. Man lockte mit der Aussicht auf einen "kleinen Nebenverdienst“. Zusteller S. hatte gerade einen finanziellen Engpass. Der damalige DHL-Mitarbeiter machte mit und bekam für jedes aus dem Warenfluss gefischte Handy 50 Euro in die Hand gedrückt. Bald aber wollte er nicht mehr, sagte sein Verteidiger. Doch die Bande habe ihn nicht mehr vom Haken gelassen. „Jetzt bist du drin“, machten sie ihm klar und teilten per SMS mit, was er wann zu tun habe.

Der unredliche Paketbote, der überwiegend in Reinickendorf unterwegs war, fälschte Unterlagen und unterschrieb mit falschen Namen. Er war nicht raffiniert, man kam ihm bald auf die Spur. S. gestand und nannte die Hintermänner. Das sorgte für Strafrabatt. Die krummen Touren hatten ihm 1450 Euro eingebracht. Das Geld mit den Handys machten die anderen. Für den Schaden aber wird wohl er aufkommen müssen. Im Strafprozess erhielt er wegen Verletzung des Postgeheimnisses und Urkundenfälschung zwei Jahre Haft auf Bewährung.

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