Verurteil vom Landgericht : Sechs Jahre Haft für Sprengstoffanschlag

Ein 36-jähriger Mann hatte eine Gasleitung manipuliert und einen Sprengsatz montiert, weil er aus seiner Wohnung geworfen werden sollte. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn nun zu sechseinhalb Jahren Haft. Vorher muss er allerdings in die Psychiatrie.

Wegen versuchten Mordes und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ist am Donnerstag ein 36-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde die Unterbringung des arbeitslosen Binnenschiffers in der Psychiatrie angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Juli vorigen Jahres in seiner Wohnung im Prenzlauer Berg an der Gasleitung manipuliert und eine "hochgefährliche Sprengstofffalle" installiert hatte, weil ihm die Zwangsräumung drohte.

Mann floh nach missglücktem Anschlag

Verletzt wurde jedoch niemand, weil die zu erwartende Zündung ausblieb. Nachbarn hatten Gasgeruch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Am gleichen Tag hatte der Mann noch einen Mieter im Haus mit einem Hackebeil attackiert und ihn leicht an der Hand verletzt. Anschließend war der Angeklagte nach Hamburg geflüchtet, wo er fünf Tage später festgenommen wurde.

Der Angeklagte ist wegen geringfügiger Delikte vorbestraft und stand zur Tatzeit unter Bewährung. Das Gericht stellte fest, dass er erst mit Einzug in das Haus in der Dunckerstrasse straffällig geworden war. Seinen Angaben nach war er mit den Mitbewohnern "nicht klargekommen". Eine Gutachterin hatte ihm eine "schizoide Persönlichkeitsstörung" bescheinigt, die mit "Alkoholmissbrauch einhergeht".

Erst in die Psychiatrie, dann ins Gefängnis

"Sie sind zurzeit für die Allgemeinheit gefährlich aber auch krank", betonte der Richter. Er ordnete daher an, dass der Angeklagte vor seiner Haftverbüßung zunächst in der Psychiatrie behandelt wird. Im Prozess hatte sich der 36-Jährige zwar auf Erinnerungslücken berufen, die Taten aber nicht in Abrede gestellt. (jnb/ddp)

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