Vollgas-Flucht ohne Führerschein : Haftstrafe für Intensivtäter Nidal R.

Berlins bekanntester Intensivtäter muss wegen mehrerer wilder Fahrten ohne Führerschein für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Er selbst war nach seinem Geständnis von Haftentlassung ausgegangen - und reagierte entsprechend fassungslos.

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Der 31-jährige Nidal R. beim Prozessbeginn am 15.01.2014 auf der Anklagebank des Kriminalgericht Moabit.
Der 31-jährige Nidal R. beim Prozessbeginn am 15.01.2014 auf der Anklagebank des Kriminalgericht Moabit.Foto: dpa

Kaum hatte Nidal R. das Urteil gehört, sprang er wütend auf. „Ich möchte jetzt gehen, Sie haben genug geredet“, tobte Berlins bekanntester Intensivtäter. Er war fassungslos, er war nach seinem Geständnis von Haftentlassung ausgegangen. Doch das Landgericht verhängte gegen R., der in seiner Jugend unter dem Namen „Mahmoud“ bekannt wurde, wegen mehrerer Verkehrsdelikte dreieinhalb Jahren Haft. Zudem soll er wegen Drogensucht in eine Entziehungsanstalt.   

Vier Monate lief der Prozess um Fahrten ohne Führerschein und einen mutmaßlichen Raub. Am Ende führten zwei wilde Fahrten mit einem Audi und einem Porsche Cayenne zur Verurteilung. Bei der letzten Raserei im Juni war er nach einem Discobesuch mit Alkohol und Drogen im Blut in den Porsche gestiegen. Polizisten bemerkten ihn. „Da gab er Vollgas“, hieß es im Urteil. Bei der gefährlichen Flucht demolierte R. vier Autos.

Nidal R., der unter Bewährung stand und Hartz IV bezogen haben soll, wurde des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der Unfallflucht schuldig gesprochen. Der Staatsanwalt hatte eine drei Monate härtere Strafe gefordert, dabei aber anders als das Gericht auch einen Angriff auf einen Mann auf einem U-Bahnhof für erwiesen angesehen. Die beiden Anwälte von R. forderten Haftentlassung.

Schwere Geschütze hatten die Verteidiger gegen den Staatsanwalt aufgefahren. R. sei einem Verfolgungseifer ausgesetzt. „Alles, was nach R. riecht, wird bei ihm aufgeladen.“ Dabei sei bei R. nicht Hopfen und Malz verloren, er wolle sein Leben ändern, Ursachen der Kriminalität bekämpfen. Das hatte R. auch früher schon versprochen. Seit seinem 15. Lebensjahr landete er immer wieder vor Gericht.  Es ging um Körperverletzung, Raub, Bedrohung. Vor zehn Jahren scheiterte eine Abschiebung in den Libanon. Seine Staatsbürgerschaft ist ungeklärt. Inzwischen trägt der bullige Mann Vollbart und war insgesamt rund elf Jahre in Haft.

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