Vom Alex zum Rosa-Luxemburg-Platz : Am Sonntag rechte Demo in Berlin-Mitte geplant

Vom Alexanderplatz zum U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz soll an diesem Sonntag eine Demonstration ziehen - unter dem Motto: "Das deutsche Volk wehrt sich." Erwartet wird eine ähnliche Klientel wie bei der "HoGeSa"-Randale in Köln.

Bodo Straub
Ein Bild von der Hooligan-Demo in Köln am 26. Oktober. Ähnliche Szenen könnte es auch am Sonntag in Berlin geben.
Ein Bild von der Hooligan-Demo in Köln am 26. Oktober. Ähnliche Szenen könnte es auch am Sonntag in Berlin geben.Foto: dpa

Unter dem Motto „Das deutsche Volk wehrt sich“ wollen mutmaßliche Neonazis am Sonntag, 9. November, vom Berliner Congress Centrum BCC am Alexanderplatz auf direktem Weg zum U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz ziehen. Die Polizei teilte dem Tagesspiegel mit, die Veranstaltung sei von 11.30 Uhr bis 16.30 Uhr mit 80 Teilnehmern von einer Privatperson angemeldet worden. Die Strecke sei zwar kurz, die angemeldete Zeit von fünf Stunden bedeute aber nicht, dass die Demonstranten die gesamte Zeit über auch laufen. So werde sicherlich einige Zeit vergehen, bis sich alle Teilnehmer versammelt haben und der Zug starten soll. Die Polizei sei vor Ort. Laut dem anti-rechten Blog „Störungsmelder“ der Wochenzeitung "Die Zeit" richtet sich die Veranstaltung gegen das vermeintliche "System der Salafisten und Flüchtlinge".

Der gleiche Blog berichtete auch, dass die Demo zwar keine offizielle "Hooligans-Gegen-Salafisten" (HoGeSa)-Veranstaltung sei, aber das erwartete Klientel ähnlich sei zu derjenigen vor zwei Wochen in Köln, bei der es zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Im sozialen Netzwerk Facebook hätten sich mehr als 200 Teilnehmer angemeldet - mittlerweile ist die Veranstaltung dort nicht mehr auffindbar.

Für nächsten Sonntag, 15. November, war ursprünglich eine offizielle "HoGeSa"-Demonstration geplant, die dann jedoch abgesagt wurde, nachdem der Mann, in dessen Name sie angemeldet war, erklärte, er habe die Anmeldung nicht vorgenommen.

Das Datum der Veranstaltung ist brisant: Der 9. November ist nicht nur Jahrestag des Mauerfalls, sondern auch der Reichspogromnacht 1938 und des Hitler-Ludendorff-Putsches 1923.

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