Voodoo-Prozess : Amanis Mutter bestreitet Mord

Wegen der Tötung ihrer Tochter muss sich ab heute die 33-jährige Teshua K. vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihr wird vorgeworfen, im Mai 2007 ihre achtjährige Tochter Amani aus Heimtücke ermordet zu haben. Teshua K. bestreitet die Tat.

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Auf dieser Parkbank in einer Wilmersdorfer Grünanlage wurde im Mai 2007 die achtjährige Amani K. brutal ermordet. -Foto: ddp

BerlinZum Prozessbeginn sagte die Angeklagte: "Ich bin absolut sicher, dass ich es nicht war, ich habe mein Kind geliebt.“ Die Mutter hat eigenen Angaben nach keine Erklärung, wer das Verbrechen verübte und aus welchem Grund. Auch die Anklage nennt kein Motiv. Es war von Wahnvorstellungen die Rede. Die Leiche des achtjährigen Mädchens war am 5. Mai an einer Parkbank in einer Grünanlage im Stadtteil Schmargendorf von einer Spaziergängerin gefunden worden. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen.

Medien: Mord im Voodoo-Wahn

Erst einen Tag später wurde das Kind identifiziert - der Vater hatte Bilder seines toten Kindes in der Zeitung gesehen und sich bei der Polizei gemeldet. Ziemlich schnell klar war den Ermittlern, dass es sich weder um einen Unfall noch ein Sexualverbrechen gehandelt hatte. Zwei Tage nach der Tat wurde die Mutter unweit des Tatortes unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Laut Medienberichten hatte die Frau angegeben, im Voodoo-Wahn gehandelt zu haben und von der CIA verfolgt zu werden. Außerdem machte sie Freimaurer beziehungsweise Tempelritter für den Tod ihrer Tochter verantwortlich. Die Gerichtssprecherin sagte dazu: "Davon habe ich keine Kenntnis." Die Tatverdächtige habe sich "bislang in der Sache nicht geäußert".

Gefängnis oder Psychiatrie

Die Frage der Schuldfähigkeit der Frau werde vor Gericht eine Rolle spielen, erläuterte die Gerichtssprecherin weiter. Dazu sei ein Gutachter geladen. Ob dieser sich bereits am ersten des mit acht Verhandlungstagen angesetzten Prozesses äußern werde, sei noch nicht klar.

Von der Schuldfähigkeit der in Berlin geborenen Frau mit afrikanischen Wurzeln hängt ab, ob sie möglicherweise lebenslang ins Gefängnis muss oder in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. (iba/ddp)

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