Waffenrecht : Ab heute gilt das Messerverbot

Immer mehr Jugendliche bewaffnen sich mit Messern. Jetzt soll ein Verbot den Trend stopppen. Die Polizei kündigt intensive Kontrollen an.

Ab heute gilt das verschärfte Waffenrecht – und das heißt: Alle einhändig zu bedienenden Klappmesser unabhängig von ihrer Klingenlänge sowie feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als 12 Zentimetern sind verboten. Der Bundestag hatte die von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) initiierte Verschärfung des Waffenrechts Ende Februar beschlossen. Anlass waren die häufigen Messerstechereien mit teilweise tödlichem Ausgang. Zudem geht aus den Statistiken hervor, dass unter Jugendlichen immer häufiger Messer zum Einsatz gekommen waren.

Die Polizei „begrüßt das Gesetz ausdrücklich“, sagte ein Behördensprecher gestern. Die Beamten würden künftig „intensiv Gebrauch machen“ von verdachtsunabhängigen Kontrollen. So zum Beispiel auch an kriminalitätsbelasteten Orten wie dem Hermannplatz in Neukölln oder am Kottbusser Tor in Kreuzberg. „Dies geschieht aber im Rahmen unserer Einätze und Überprüfungen, die wir ohnehin machen“, sagte ein Polizeisprecher. Laut Innensenator Körting werden „keine flächendeckenden Massenkontrollen bei unbescholtenen Bürgern“ stattfinden. Wer also aus beruflichen Gründen sein Messer bei sich trage, könne dies auch weiterhin tun.

Bereits seit Herbst 2007 konnten die Bundesländer einzelne Kriminalitätsschwerpunkte zu Sperrzonen erklären. So geschehen beispielsweise an der Hamburger Reeperbahn. Seit Dezember ist dort das Mitführen sämtlicher Waffen verboten – mit Erfolg. „Wir finden bei unseren Kontrollen nur noch vereinzelt Messer. Das Verbot wird akzeptiert“, sagt Ralf Meyer, Pressesprecher der Hamburger Polizei. Außerdem habe das Waffenverbot den Anstieg der Straftaten rund um den Kiez gebremst. Meyer: „Die Zahl der Körperverletzungen steigt jetzt langsamer als vorher.“ (tabu/pjh)

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