Wedding : Erneut hoch explosive Säure an Schule gefunden

In Berlin hat schon wieder der Fund von gefährlichen Pikrinsäurekristallen an einer Schule einen Polizeieinsatz ausgelöst. Bereits am vergangenen Freitag waren an der Herder-Oberschule in Westend ebenfalls Flaschen mit Pikrinsäure entdeckt worden.

BerlinEtwa 50 Gramm kristalliner Pikrinsäure wurden am Dienstag von einem Lehrer am Diesterweg-Gymnasium in Wedding entdeckt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Spezialisten der Polizei wollten die Flasche in einem Sicherheitsbehälter mit einem Spezialfahrzeug zum Sprengplatz Grunewald bringen, wie es weiter hieß.

In dem Gebäude des Gymnasiums befanden sich am Vormittag keine Schüler mehr, da alle nach der Zeugnisausgabe die Schule verlassen hatten. Ein Fußballturnier mit etwa 200 Teilnehmern auf dem Gelände wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Eine kontrollierte Sprengung des Stoffes war dem Sprecher zufolge aus räumlichen Gründen nicht möglich.

Weiterer Vorfall letzte Woche in Charlottenburg

Bereits am vergangenen Freitag waren an der Herder-Oberschule im Charlottenburger Stadtteil Westend fünf kleine Flaschen mit Pikrinsäurekristallen entdeckt worden. Experten der Polizei sprengten die Flaschen kontrolliert auf dem Schulhof. An diesen Vorfall hat sich dem Polizeisprecher zufolge am Dienstag ein Lehrer an der Schule in Wedding erinnert und deshalb gezielt im Chemiefachraum nach kristalliner Pikrinsäure gesucht. Als er tatsächlich fündig wurde, alarmierte er die Polizei.

Pikrinsäure wurde früher als Explosivstoff zur Füllung von Granaten verwandt, später jedoch durch TNT ersetzt. Die Substanz ist für den Menschen gefährlich, bereits die Aufnahme von ein bis zwei Gramm durch den Körper kann schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. (imo/ddp)

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