Zündler gefasst : In Häusern Feuer gelegt

Zwar gingen der Polizei noch keine Autobrandstifter ins Netz, am Freitag und in der Nacht zu Sonnabend sind aber zwei Verdächtige festgenommen worden, die in Häusern gezündelt haben sollen.

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Der Polizei zufolge haben die Frau und der Mann in Tiergarten und Hellersdorf unabhängig voneinander Feuer gelegt, wahrscheinlich aus Frust. Die in Moabit festgenommene 30-jährige Frau war betrunken. „Von politischen Motiven keine Spur, das dürfte auch bei vielen anderen Brandstiftungen der letzten Wochen der Fall sein“, sagte ein Beamter. Die Frau habe am Freitagnachmittag wohl Briefe und Prospekte in einem Hausflur angezündet, teilte die Polizei mit. Das Feuer erlosch von allein, es entstand kein größerer Schaden. Nachbarn riefen die Polizei, nachdem sie die 30-Jährige aufgeschreckt hatte. Nach einer Blutentnahme und erkennungsdienstlichen Behandlung kam sie auf freien Fuß.

In Hellersdorf soll ein 24-Jähriger den Kellerverschlag seiner Exfreundin angesteckt haben. Der Polizei zufolge ist der Mann in die Wohnung seiner Verflossenen in der Stollberger Straße eingedrungen und hat dort den Kellerschlüssel mitgenommen. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Polizisten nahmen den mutmaßlichen Brandstifter noch in der Nähe des Hauses fest. In Vernehmungen hat er die Tat bestritten. Seit März vergangenen Jahres zählte die Polizei fast 100 Brandstiftungen in Marzahn-Hellersdorf, geht aber von mehreren Tätern aus. Ein Serienbrandstifter hatte erst im Juli gestanden, neun Müllschlucker in Hochhäusern angesteckt zu haben.

Erst am Freitag war ein Zeitungsausträger in Prenzlauer Berg von Zivilbeamten überwacht worden – beim Versuch, Kinderwagen anzuzünden, wurde er festgenommen. Das Motiv ist derzeit noch offen. Gegen den Mann wurde am Samstagabend ein Haftbefehl erlassen. Er gestand im Verhör eine Serie von Taten: Elf mal hat er in Prenzlauer Berg in den vergangenen Monten Kinderwagen in Hausfluren und Treppenhäusern angezündet. Der 29-Jährige wohnt in der Neuköllner Sonnenallee, im Kiez rund um die Straße hatte es in diesem Jahr mehrfach gebrannt. Dennoch gilt er nicht als Verdächtiger des Großfeuers vom 12. März dieses Jahres. Damals hatten Unbekannte in einem Wohnhaus in der Sonnenallee 18 Feuer gelegt, drei Menschen – darunter ein Baby – starben. „Der Mann hat für die Tatzeit ein Alibi“, sagte ein Ermittler dem Tagesspiegel.

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