Zufallstreffer gegen Drogenhändler in Berlin : Polizisten hatten den richtigen Riecher

"Es liegt was in der Luft", unter diesem Titel berichtet die Polizei in einer Pressemitteilung davon, wie Beamte die Wohnung eines mutmaßlichen Dealers durchsuchten. Auf die Spur des Mannes waren sie nur aus Zufall gekommen - aber dann lohnte sich der Einsatz so richtig.

Da ist was zu holen: Mit Cannabishandel lässt sich ordentlich Geld verdienen - aber nur illegal.
Da ist was zu holen: Mit Cannabishandel lässt sich ordentlich Geld verdienen - aber nur illegal.Foto: dpa

Glück für die Polizei, Pech für einen mutmaßlichen Dealer: Als Polizeibeamte am Montagnachmittag in der Weisestraße einen - ganz anderen - Einsatz hatten, bemerkten sie, dass aus einer Erdgeschosswohnung der typisch süßliche Cannabis-Geruch strömte. Sie besorgten sich einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss, ließen die Tür aufbrechen und durchsuchten die Wohnung. Der 28-jährige Mieter war währenddessen nicht zu Hause.

Die Polizisten fanden 34 Tütchen, in denen sich vermutlich Cannabis befand, sechs Gefäße mit einem verdächtigen weißen Pulver, diverses Verpackungsmaterial und andere Händlerutensilien, vier Mobiltelefone und Bargeld in vierstelliger Höhe. Außerdem entdeckten sie zwei Personalausweise, die nicht auf den Namen des Mieters ausgestellt waren. Die Beamten überprüften die gefundenen Gegenstände und bemerkten so, dass eines der Telefone zur Fahndung ausgeschrieben war, weil es bei einem Taschendiebstahl geklaut worden war. Auch einer der beiden Personalausweise war von seinem rechtmäßigen Besitzer als gestohlen gemeldet worden. Zudem fanden die Beamten in mehreren Aschenbechern auch Reste von Joints, so dass der Verdacht naheliegt, dass der mutmaßliche Drogenhändler seine Ware teilweise selbst konsumiert. Daher schrieben die Polizisten einen Bericht an das Führerscheinbüro, dass die Fahrtauglichkeit des Mannes, der im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, überprüft werden sollte.
Als der Mieter nach Hause zurückkehrte, fand er seine Wohnung mit einem Vorhangschloss gesichert vor. Er fand sich beim zuständigen Polizeiabschnitt ein, um sich einen Schlüssel abzuholen. Bei dieser Gelegenheit wurde ihm eröffnet, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Er wurde erkennungsdienstlich behandelt und konnte anschließend in seine Wohnung zurück - da aber dürfte er so einige seiner Besitztümer nicht mehr vorgefunden haben. (Tsp)

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