Zweiter Prozess gegen Kaufhausdiebe : Räuber gestehen Überfall auf KaDeWe

Kurz vor Weihnachten 2014 überfielen Räuber in nur 79 Sekunden das KaDeWe und flohen mit dicker Beute. Nun gestanden die jungen Täter vor Gericht.

Kerstin Gehrke
Polizisten stehen am 20.12.2014 in Berlin vor dem Kaufhaus KaDeWe hinter einer Absperrung. (Archivbild)
Polizisten stehen am 20.12.2014 in Berlin vor dem Kaufhaus KaDeWe hinter einer Absperrung. (Archivbild)Foto: dpa

Von der Beute im Wert von 817 000 Euro ist bislang mit einem ramponierten Collier nur ein Schmuckstück aufgetaucht. Die Räuber indes blieben nicht unentdeckt: 22 Monate nach dem spektakulären Überfall auf das KaDeWe stehen im zweiten Prozess zwei 20-Jährige vor einem Jugendgericht. Ein Mittäter hatte sie schwer belastet. Nun gestand Aladin Ö.: „Ich habe Reizgas versprüht und mit einer Axt eine Vitrine eingeschlagen.“ Auch Hamza A. Z. gab zu, dass er beteiligt war: „Ich sollte mit einem Hammer Vitrinen einschlagen.“ Beide erklärten, sie seien an der Planung nicht beteiligt gewesen. Es war 10.24 Uhr, als fünf Maskierte mitten im vorweihnachtlichen Trubel in das KaDeWe stürmten - mit Hammer, Axt, Machete und Reizgas bewaffnet.

Nach 79 Sekunden flohen die Täter mit ihrer Beute

Gezielt begaben sie sich zu den Geschäften der Firmen Chopard und Rolex und droschen auf Vitrinen ein. Ein Blitzüberfall: Nach nur 79 Sekunden waren 15 Uhren, fünf Schmuckstücke und die Räuber weg. Das Fluchtauto, ein auffällig ausgestatteter Audi, führte im Frühjahr 2015 zu ersten Festnahmen. Ein Bruder von Hamza A. Z. wurde schließlich im Mai 2016 als Initiator des Coups verurteilt. Der vorbestrafte Jehad A. Z. bekam nach einem sechsmonatigen Prozess sechs Jahre und acht Monate Haft. Kurz zuvor hatte er angesichts einer für ihn veränderten Beweislage gestanden:

Täter gestand: "„Ich bin der Mann mit der Machete“

Ein Komplize war überraschend zur Polizei gegangen. Mit den Worten „Ich bin der Mann mit der Machete“ gab der 45-Jährige seine Beteiligung am KaDeWe-Raub zu. Der Kronzeuge machte zudem Angaben zu einem mutmaßlichen Mordauftrag für einen Lohn von 150 000 Euro gegen einen Mann, der einem anderen die Ehefrau ausgespannt haben soll. Im Oktober 2015 war auf das Opfer geschossen worden. Der damals 42-Jährige wurde im Bein getroffen. Die Aussagen des 45-Jährigen führten zu einem Großeinsatz gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder der arabischen Großfamilie A. Z. Acht Männer wurden verhaftet, darunter auch der Vater der Brüder aus dem KaDeWe-Raub.

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