Berlin : Polizei nimmt Drahtzieher in Kreuzberg und Neukölln fest

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Nach eineinhalbjährigen Ermittlungen ist es der Polizei jetzt gelungen, einen internationalen Schleuserring zu zerschlagen. Die führenden Köpfe des aus mindestens 20 Personen bestehenden Rings waren zwei Jugoslawen: ein 34-jähriger Mann aus Neukölln und eine 36 Jahre alte Frau aus Kreuzberg. Gegen beide wurden am Dienstag Haftbefehle vollstreckt.

Sie sind beschuldigt, seit Oktober 1998 nachweislich 200 Menschen vorwiegend aus dem Kosovo zum Preis von jeweils 3000 Mark illegal in die Bundesrepublik gebracht zu haben. Vermutlich arbeitete der Schleuserring aber schon seit 1995. Neben diesen beiden Haupttätern konnten weitere Beteiligte in Jugoslawien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien und in Deutschland zwar identifiziert, aber noch nicht festgenommen werden.

Dreh- und Angelpunkt der Schleusungen war das von der 36-jährigen Frau betriebene Café in Neukölln. Hier trafen sich die über verschiedene Länder illegal nach Berlin transportierten Menschen und erhielten gegen Zahlung von 100 Mark ihre Pässe zurück. Die hatten sie abgeben müssen, nachdem sie legal nach Ungarn eingereist waren. Dort organisierten die Mittäter die Weiterreise nach Tschechien, wo wiederum deutsche und tschechische Komplizen den Grenzübertritt und den Transport nach Berlin in die Wege leiteten. Von dem Neuköllner Café aus wurde auch die Weiterreise der illegal Eingereisten zu deren Zielen in Westdeutschland und im Ausland vorbereitet.

In der Wohnung des 34-Jährigen wurden reichlich Bargeld, 450 jugoslawische Pässe, Kopien von Blanko-Führerscheinen sowie Listen mit Namen geschleuster Menschen gefunden. Im Bett hatte er eine geladene Pistole und Munition versteckt.

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