Berlin : Polizei: Planerfüllung

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Überstunden und Zusatzdienste bei der Polizei bedeuten meist besondere Belastungen für das Familienleben. Jürgen Koleczko, Polizeihauptkommissar und Hunderschaftstruppführer bei der Berliner Bereitschaftspolizei, hat zur Zeit 140 Überstunden auf seinem Konto.

100 Überstunden seien durchaus normal, sagt er. Seine Lebensgefährtin arbeitet ebenfalls bei der Polizei - im Schichtdienst: "Es gibt Monate, in denen wir uns die Klinke in die Hand geben." Da geht er zum Dienst und sie kommt nach Hause.

Bei Koleczkos liegt der Dienstplan griffbereit in der Küche. Danach teilen beide nicht nur ein, wer wann kocht und wer wann einkauft, auch alle anderen Haushaltsarbeiten werden genau geplant. Das Wichtigste aber: Beide können anhand der Dienstpläne auf einen Blick sehen, wann sie endlich einmal gemeinsam frei haben. Flexibiltät ist aber dennoch gefragt, weil kein noch so strukturiertes Tableau die Polizisten davor schützt, plötzlich in den Dienst gerufen zu werden.

"Für uns ist es gar nicht so leicht, Treffen mit Freunden zu arrangieren", sagt Koleczko. Spontane Unternehmungen seien so gut wie unmöglich. Allerdings gebe es kaum Probleme, gemeinsam in Urlaub zu fahren - nur früh genug organissieren müsse man ihn eben. Bei Koleczko und seiner Lebensgefährtin geht das schon seit sechs Jahren gut. Allerdings gebe es in anderen Beziehungen durchaus Probleme, vor allem bei jungen Beamten, die großen Wert auf freie Wochenenden legten.

Viele Familien haben sich an die unregelmäßigen Dienstzeiten eines Polizisten gewöhnt, berichtet Koleczko. Schließlich biete der zeitintensive Beruf auch die Möglichkeit, überstunden am Stück abzubummeln: "Und dann hat man eben auch mal 14 Tage am Stück frei." Auch deshalb lobt er die Berliner Polizeiführung, die sei nämlich "in den letzten Jahren moderner und flexibler" geworden.

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