Berlin : Polizei rechnete mit Randale

49 Ermittlungsverfahren nach Demo am Samstag

Die schweren Ausschreitungen linker Demonstranten am vergangenen Sonnabend in Mitte und Kreuzberg kamen für die Polizei offenbar nicht überraschend. Man habe mit Randale gerechnet und deshalb rund 800 Einsatzkräfte von Anfang an zusammengezogen, sagte gestern ein Polizeisprecher. Diese Zahl sei ausreichend gewesen, um die Gewalt einzudämmen.

Wie berichtet, warfen Demonstranten nach ihrem Abmarsch vom Rosenthaler Platz mit Flaschen und Steinen auf Polizisten, beschädigten Autos, steckten Müllcontainer an und schleuderten Gegenstände auf die Fahrbahn. Acht Beamte und zwei Demonstranten erlitten Verletzungen, nach etlichen Festnahmen laufen nun 49 Ermittlungsverfahren – unter anderem wegen Landfriedensbruch –, Haftbefehle wurden bislang nicht erlassen.

1200 Protestler hatten sich am Abend unter dem Motto: „Für autonome Freiräume und Selbstorganisation – gegen Herrschaft und Kapitalismus“ versammelt. Während des Umzuges rannten immer wieder Störergruppen in benachbarte Straßen, um auch dort zu randalieren. Die Beamten blieben ihnen auf den Fersen und beendeten die Aktionen, doch es gab ständig neue Ausschreitungen – so gegen 22.40 Uhr in Kreuzberg an der Schlesischen Straße. Erst am frühen Morgen endeten die Gewalttätigkeiten. cs

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