Berlin : Polizei-Spitze wird flacher

Glietsch legt Körting Konzept für Strukturreform vor

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Die von Polizeipräsident Dieter Glietsch bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Mai angekündigte Änderung der Berliner Polizeiorganisation nimmt Gestalt an. Glietsch stellte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hierfür jetzt sein Konzept vor. Diese Reform, die im April 2003 umgesetzt werden soll, ist die radikalste Veränderung der bestehenden polizeilichen Leitungsstrukturen, die es in den letzten zehn Jahren gegeben hat.

Die CDUFraktion im Abgeordnetenhaus spricht von einem „Geheimprojekt". Im Kern geht es darum die bisherigen Hierarchieebenen auszudünnen, den administrativen Aufwand zu verringern und die Führungsfähigkeit zu verbessern. So sollen das Landesschutzpolizeiamt – die oberste Führungsebene der Berliner Schutzpolizei – aufgelöst und die bisher sieben Polizeidirektionen auf sechs reduziert werden. Deren Leiter werden dann dem Polizeipräsidenten und seinem Stellvertreter direkt unterstellt. Zugleich sollen die mehrere hundert Beamte umfassenden Leitungsstäbe in einen einzigen Stab zusammengeführt werden, der dem Präsidenten unmittelbar zuarbeitet. Das überzählige Personal soll auf die Direktionen verteilt werden. Wie viele Beamte dies sein werden, ist derzeit noch unklar. Sie werden „erst in einigen Monaten wissen, wo künftig ihr Arbeitsplatz sein wird", so Glietsch in einer Hausmitteilung der Polizei.

Das Landeskriminalamt bleibt für die zentralen Aufgaben und die Entwicklung von Konzeptionen zur Verbrechensbekämpfung zuständig. Soweit aber eine Verlagerung auf die örtlichen Direktionen möglich ist, soll die Verbrechensbekämpfung auf dieser Ebene wahrgenommen werden. Die Direktion „Öffentliche Sicherheit/Straßenverkehr", der Objektschutz und die Bereitschaftspolizei sollen in einer Direktion „Zentrale Aufgaben" konzentriert werden. Dadurch sollen Doppelarbeit vermieden und die „Eigenverantwortung und der Gestaltungsspielraum" der Direktionen gestärkt werden. OD

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