Berlin : Polizei stürmt Grundschule

Schüler meldete „Mann mit Mütze“.

Polizeibesuch. Die Paul-Schneider-Grundschule fühlte sich bedroht. Foto: Andreas Meyer
Polizeibesuch. Die Paul-Schneider-Grundschule fühlte sich bedroht. Foto: Andreas MeyerFoto: Andreas Meyer

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten haben am Montagmorgen die Paul-Schneider-Grundschule in Lankwitz gestürmt. Die Schulleitung hatte zuvor über den Notruf einen „Mann mit Skimaske in der Toilette“ gemeldet. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung des Gebäudes an der Seydlitzstraße allerdings niemanden. Wie die Polizei mitteilte, habe ein Schüler, der kurz vor Ende der ersten Stunde zur Toilette gehen wollte, eine ihm nicht bekannte, dunkel gekleidete Person gesehen, die den Flur über eine Treppe nach unten verließ. Der Junge ging zurück in seine Klasse und berichtete seinen Schulkameraden von seiner Beobachtung, gemeinsam sei dann die Lehrerin informiert worden. Vermutlich habe der Junge lediglich einen Mann mit Wollmütze gesehen, vielleicht einen Vater, und seine Schilderungen seien offenbar nicht überprüft worden, kritisierte ein Beamter und sprach von „stiller Post“. Am Notruf habe die Schulleiterin gesagt, dass der Unbekannte in der Toilette sei. Offiziell hieß es im Präsidium, dass man der Schule keinen Vorwurf mache – lieber ein Einsatz zu viel als einer zu spät.

Die Sprecherin der Bildungsverwaltung, Beate Stoffers, sagte auf Anfrage, die Schule habe völlig korrekt gehandelt. Ein Neunjähriger habe einer Lehrerin von einem „Mann mit Wollmütze, wie sie Motorradfahrer tragen“, berichtet. Die Schulleiterin habe die Nachricht als „Bedrohung“ empfunden und entsprechend den Anweisungen der Schulverwaltung sofort die Polizei alarmiert. Stoffers sagte weiter, dass der Viertklässler auf Nachfrage den Ort revidiert habe, die Angabe Toilette sei leider falsch gewesen. Insgesamt habe man seinen Angaben aber Glauben geschenkt. Die Leiterin der Grundschule, Barbara Burkuhl, lehnte eine Stellungnahme ab.

2008 und 2010 waren zwei Kreuzberger Berufsschulen von der Polizei, darunter das SEK, durchsucht worden. In beiden Fällen waren Schüler zuvor mit einer Waffe gesehen worden. In einem Fall hatte ein Jugendlicher zuvor gegenüber Schülern angekündigt, „jemanden umbringen“ zu wollen. Ha

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